KHK

Der "Schutzmann" an ihrer Seite

Frauen mit einem Ehemann oder festen Partner haben anscheinend ein niedrigeres Risiko, an KHK zu sterben, als es Frauen ohne Partner haben. Das zeigt eine englische Studie.

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Mit Partner sind Frauen gut dran - jedenfalls dann, wenn es zu einem ischämischen Ereignis kommt.

Mit Partner sind Frauen gut dran - jedenfalls dann, wenn es zu einem ischämischen Ereignis kommt.

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OXFORD. Das Risiko, eine ischämische Herzerkrankung zu entwickeln, ist für verheiratete oder mit Partnern lebende Frauen sowie für Frauen ohne entsprechende Bindungen zwar gleich.

Kommt es aber zu ischämischen Ereignissen, verlaufen diese bei Frauen mit Ehemännern oder festen Partnern offenbar seltener tödlich.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschergruppe um Dr. Sarah Cloud aus Oxford nach einer Analyse von Langzeitdaten der "Million Women Study" (BMC Med 2014).

Studie über neun Jahren

Die Untersucher haben bei rund 735.000 an der Studie beteiligten Frauen über einem Zeitraum von knapp neun Jahren alle erstmalig aufgetretenen KHK-Ereignisse erfasst, die zu einer Klinikeinweisung oder zum Tod geführt hatten.

Von den Teilnehmerinnen, die im Durchschnitt 60 Jahre alt waren, hatten 30.747 ein entsprechendes Ereignis. Bei 2148 betroffenen Frauen hatte das KHK-Ereignis den Tod zur Folge.

Bezüglich der Inzidenz von Klinikeinweisungen infolge ischämischer KHK-Manifestationen stellten die Forscher keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden untersuchten Gruppen fest.

Dagegen war die durch KHK bedingte Mortalität in der Gruppe der mit Partnern verbandelten Frauen signifikant niedriger als in der Gruppe ihrer partnerlosen Altersgenossinnen. Nach Adjustierungen für diverse Unterschiede zwischen beiden Gruppen betrug die relative Risikoreduktion 28 Prozent.

Eine eindeutige Erklärung für die niedrigere Mortalität haben die Untersucher nicht parat. Somit lässt sich nur vermuten, dass sich eine stärkere partnerschaftliche Unterstützung bei der Bewältigung der Koronarerkrankung positiv ausgewirkt haben könnte.

Unterschiede etwa bei der Medikamenteneinnahme waren in der Studie aber nicht festzustellen.

Bisher standen meist Männer im Blickpunkt

Dass das Leben als Unverheirateter oder Single mit erhöhten gesundheitlichen Risiken bezüglich kardiovaskulärer Ereignisse verbunden ist, hat sich schon wiederholt in Studien gezeigt. Bisher standen dabei aber meist die Männer im Blickpunkt.

Nach der aktuellen Studie lässt sich nun wohl auch unverheirateten oder allein lebenden Frauen ein erhöhtes Risiko bei KHK bescheinigen.

Finnische Forscher hatten schon zuvor in einer 2013 publizierten Studie zeigen können, dass Verheiratete - egal ob Mann oder Frau - im Hinblick auf den Herzinfarkt offenbar bessere Karten haben als ihre unverheirateten Altersgenossen.

Die Untersucher hatten dafür Daten eines finnischen Herzinfarkt-Registers mit denen eines Bevölkerungsregisters verglichen (Eur J Prevent Cardiol 2013, online 30. Januar).

Bei der Auswertung wurden 15.330 tödliche oder nicht tödliche kardiale Ereignisse berücksichtigt, die einem akuten Koronarsyndrom (ACS) entsprachen.

Die Inzidenz schwerwiegender Koronarereignisse war bei unverheirateten Männern um bis zu 66 Prozent und bei unverheirateten Frauen um bis zu 65 Prozent höher als bei im Ehestand oder in fester Beziehung lebenden Personen gleichen Alters.

Noch ausgeprägter waren die Unterschiede im Hinblick auf die Prognose nach erlittenem Herzinfarkt. So war die Sterberate innerhalb der ersten vier Wochen bei unverheirateten Männern um bis zu 168 Prozent und bei unverheirateten Frauen um bis zu 175 Prozent höher. (ob)

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