Ärzte Zeitung, 03.02.2005
 

Gerät verbessert Diagnose bei Vorhofflimmern

Sensitivität des Verfahrens beträgt 88 Prozent / Mit der Methode läßt sich das Schlaganfallrisiko besser beurteilen

FRANKFURT AM MAIN (ner). Ein neues Prinzip zur Diagnose des Vorhofflimmerns ist jetzt in Frankfurt am Main vorgestellt worden. Das entsprechende Analysegerät zur Anwendung in Hausarzt- und internistischen Praxen sowie Kliniken ist jetzt in Deutschland auf den Markt gekommen.

Vorhofflimmern ist einer der Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall, weshalb das Gerät des Unternehmens apoplex medical technologies aus Pirmasens auch Stroke Risk Analyzer (SRA II) heißt. Mit dem SRA II leiten Ärzte ein Dreikanal-EKG ab. Die dabei gewonnenen Daten werden im Gerät nach komplexen mathematischen Algorithmen ausgewertet.

Die entsprechende Software wurde im Fraunhofer-Institut in Kaiserslautern entwickelt. Aus den Meßdaten ergeben sich charakteristische Muster, die es erlauben, innerhalb einer Stunde mit hoher Sicherheit Patienten mit Vorhofflimmern zu identifizieren. Das hätten Studien mit 74 Patienten mit bekanntem Vorhofflimmern sowie 17 gesunden Teilnehmern ergeben, so Dr. Roland Reinhardt von dem Unternehmen. Demnach werde permanentes Vorhofflimmern zu annähernd 100 Prozent und intermittierendes Vorhofflimmern zu etwa 60 Prozent erkannt. Die Sensitivität betrage 88 Prozent, so Reinhardt.

Ein Vorteil des Analysegerätes ist, daß es selbst dann ein Flimmern detektieren kann, wenn im herkömmlichen EKG kein intermittierendes Vorhofflimmern nachweisbar ist. Dies gelingt durch Analyse der EKG-Signale anhand der mathematischen Algorithmen.

Gedacht ist die Methode zunächst als Screening-Instrument. Denn etwa ein Drittel aller Patienten mit persistierendem Vorhofflimmern hat keine Symptome. Zugleich sei Vorhofflimmern mit einem fünffach erhöhten Risiko für einen Schlaganfall assoziiert, so der Kardiologe Professor Hubertus Heuer aus Dortmund. Daher komme es darauf an, dieses mit dem Alter steigende Risiko rechtzeitig erfassen zu können.

Die Krankenkassen zahlen die Untersuchung mit dem 3800 Euro teuren Gerät derzeit nicht. Empfohlen wird die Privatabrechnung als individuelle Gesundheitsleistung.

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