Ärzte Zeitung, 14.02.2008

Neuer Katheter weitet verengte Gefäße dauerhaft

TÜBINGEN (dpa). Ein neuartiger Ballonkatheter soll Patienten mit Durchblutungsstörungen in den Beinen Amputationen ersparen.

Um die Restenose-Rate nach Ballondilatation in den geöffneten Gefäßen zu verringern, haben Ärzte um Professor Gunnar Tepe von der Radiologischen Klinik des Tübinger Universitätsklinikums die Katheter mit Paclitaxel beschichtet. Die Substanz aus der Tumortherapie wird beim Aufblasen des Ballons in die Gefäßwand gedrückt.

Der Wirkstoff hindert die glatten Muskelzellen des Gefäßes am Wachstum und Restenosen werden so vermieden. In einer Studie mit 154 Patienten hatten fast 50 Prozent zwei Jahre nach konventioneller Therapie erneut Beschwerden, mit der neuen Therapie waren es aber nur 15 Prozent (NEJM 358, 2008, 689).

"Bei Patienten, bei denen wir früher zu einer aufwendigen Operation geraten hätten, ist nun die Behandlung mit einem Katheter möglich", erläuterte Tepe. Derzeit ist der beschichtete Ballonkatheter noch im Zulassungsverfahren.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »