Ärzte Zeitung, 19.02.2012

Kommentar

Nebelkerzen gegen Feinstaub

Von Thomas Müller

Man muss sich fragen, wie viele Studien zu Gesundheitsgefahren durch Feinstaub und Autoabgase Forscher noch publizieren müssen, damit es zu wirksamen Maßnahmen kommt.

Statt für klare Luft zu sorgen, werden überall Nebelkerzen angezündet, die Entschlossenheit vortäuschen, aber das verschleiern, was wirklich zu tun wäre.

Auch die Umweltzonen zählen dazu, denn sie haben nicht wirklich die Luftqualität in den Städten verbessert.

Strengere Feinstaub-Grenzwerte dagegen, wie sie für 2010 eigentlich geplant waren, wurden von der EU gekippt, was insofern konsequent ist, als sich niemand in der Lage sah, diese einzuhalten, ohne Verursachern weh zu tun.

Und genau das ist das Problem: Technisch ist heute vieles möglich. Hocheffiziente Rußfilter etwa, die weit über das hinausgehen, was heute vorgeschrieben ist - dagegen hat sich vor allem die deutsche Autoindustrie gewehrt.

Gute Filter würden auch den Dreck aus Industrieanlagen holen, die noch mehr als der Verkehr zur Feinstaubbelastung beitragen.

Solange sich aber Verordnungen und Richtlinien daran orientieren, was wirtschaftlich opportun ist, und nicht an dem, was für den Schutz der Gesundheit nötig wäre, solange wird sich nur wenig ändern.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Demenz aus dem Auspuff

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[20.02.2012, 19:42:49]
Karl-Georg Vaith 
Feinstaub durch Industrieanlagen, Flüge, Schiffsfahrten mit Transportaufgaben ......
Es ist immer wieder interessant, zu beobachten, wie den Autobesitzern das Geld aus der Tasche gezogen wird.

Spezielle Abgasfilter für Industrieanlagen, für den Flugverkehr, für den Schiffstransport (ob Güter oder Passagiere) würden mehr Abgase eliminieren, als der gesamte Autoverkehr.

Warum tanken so viele Schiffe Schweröl,das erst erwärmt werden muß, bevor es als Treibstoff eingesetzt werden kann ?
Ja, weil es viel kostengünstiger ist, als der normale Diesel für Schiffsmotoren. Die Abgaswerte sind bei Schweröl eminent hoch.
Trotzdem werden z.B. Kreuzfahrtpassagiere mit einer Kostenpauschale auf den Treibstoff belastet.
Auch der Flugverkehr produziert Abgase. Nun,wird den Passagieren eine Pauschale auf die erhöhten Kerosinpreise angerechnet.
Aber solange eine starke Industrielobby ihre Interessen durchsetzt, werden eben nur die Verbraucher zur Kasse gebeten.
Man geht eben den Weg des geringsten Widerstandes.
Wir Verbraucher akzeptieren Elektrofahrzeuge, Hybrid-Fahrzeuge, Kfz mit Abgasfilter um die Feinstaubregelung zu reduzieren und werden dafür bestraft, dass die Industrie weiterhin immer mehr Sonderausstattung anbietet, da eben mehr Geld damit verdient werden kann. zum Beitrag »

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