Ärzte Zeitung, 25.06.2009

Rückschlag bei Thromboseschutz nach Schlaganfall

NEU-ISENBURG (ikr). Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) warnt: Kompressionsstrümpfe schützen nicht vor Thrombosen nach Schlaganfall. Die Gesellschaft beruft sich dabei auf eine aktuelle Studie.

In der Studie erhielten 2518 bettlägerige Patienten nach einem Schlaganfall Oberschenkel-Kompressionsstrümpfe plus die sonst übliche Behandlung inklusive Antikoagulanzien oder die übliche Versorgung ohne Strümpfe (Lancet 373, 2009, 1958). Daraufhin erlitten in beiden Gruppen etwa zehn Prozent der Patienten eine tiefe Venenthrombose. Die Patienten mit Kompressionsstrümpfen hatten jedoch wesentlich häufiger Hautverletzungen bis hin zu Ulzera.

Die DSG fordert nun die Umsetzung dieser Erkenntnisse in den klinischen Alltag. Gefordert seien jetzt neue Ansätze zum Schutz der Patienten. Eine Möglichkeit könne die intermittierende pneumatische Kompression sein. Dabei tragen die Patienten eine luftgefüllte Manschette um das Bein, die sich wechselseitig mit Luft füllt und entspannt. Ob diese Methode bei Schlaganfallpatienten Thrombosen verhindert, wird derzeit in einer Studie untersucht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »