Ärzte Zeitung, 06.06.2008

Neue Hinweise: Stress fördert Glatzenbildung

HAMBURG (ner). Stress fördert Glatzenbildung. Diese Vermutung ist jetzt experimentell bestätigt worden. Forschern aus Lübeck ist es gelungen, bei Kopfhautbiopsien mit humanen Haarfollikeln hormonell Stress auszulösen und das Wachstum zu beobachten.

Schon bei geringen CRH (Corticotropin Releasing Hormon)-Konzentrationen ist die Wachstumsphase der Haarwurzel deutlich verkürzt und der Anteil der Haare in der Ruhephase erhöht sich, wie das Unternehmen Dr. Wolff-Forschung mitteilt. CRH ist ein Stress-Mediator, der eine vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Kortisol auslöst.

Dr. Tobias W. Fischer und Professor Ralf Paus von der Universitätsklinik Lübeck haben kultivierte Haarfollikel von Patienten unterschiedlichen CRH-Konzentrationen ausgesetzt. Daraufhin betrug das Haarwachstum innerhalb von 120 Stunden teilweise nur noch 75 Prozent des Wachstums der Kontroll-Haarfollikel (100 Prozent). Die Matrix-Keratinozyten wurden durch CRH im Wachstum unterdrückt.

Befanden sich von den Kontroll-Haarfollikeln 75 Prozent in der Wachstumsphase, waren es je nach CRH-Konzentration bei den Stress ausgesetzten Haaren nur 20 bis 33 Prozent. Mit Koffein konnte die stressbedingte Wachstumssuppression aufgehoben werden: die Follikel wuchsen sogar stärker als die Kontrollen. Nach Angaben der Dermatologen hebt Koffein die Proliferationshemmung auf, indem der wachstumsfördernde Faktor TGF-beta2 induziert wird. Zugleich stimuliert Koffein den Wachstumsfaktor IGF-1.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weniger Kardiologen = mehr Herztote?

In Bundesländern mit weniger niedergelassenen Kardiologen sterben mehr Patienten an Herzerkrankungen, so der aktuelle Herzbericht. mehr »

Personaluntergrenzen – eine Milchmädchenrechnung?

Wie lässt sich der Pflegenotstand mindern und wie hilfreich sind dazu Pflegeuntergrenzen? Im Vorfeld des Springer Kongress Pflege, der morgen eröffnet wird, diskutierten Experten bereits heute kontrovers zu diesem Thema. mehr »

Fehlerquelle Datenschutzerklärung

Die meisten Praxis-Websites von Haus- und Fachärzten erfüllen nicht die gesetzlichen Anforderungen. Das legt eine aktuelle Studie nah. mehr »