Ärzte Zeitung, 16.02.2012

Schwanger dank Vitaminpräparat?

NEU-ISENBURG (rb). Mikronährstoffe könnten Frauen tatsächlich fruchtbarer machen, wie ein systematischer Review von 13 Studien zeigt. Harte Beweise dafür liegen aber noch nicht vor.

Welchen Einfluss haben Vitamine und Spurenelemente auf die Fertilität von Frauen? Ein Team von Gynäkologen und Endokrinologen um Donata Grajecki von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf ist dieser Frage im Zuge einer Analyse der vorhandenen Studienliteratur nachgegangen (Arch Gynecol Obstet 2012; online).

Hiernach könnte es sein, dass Multivitaminpräparate mit den Vitaminen A, B1, B2, B6, B12, C, D3, E, Biotin, Pantothenat, Folsäure und Nikotinamid die Schwangerschaftsrate steigern.

Vitamin B6 könnte die Konzeptionswahrscheinlichkeit erhöhen, Multivitamine und Vitamin B6 könnten - ebenso wie nicht-tierisches Eisen - der Entwicklung einer ovulatorischen Infertilität vorbeugen.

Und hohe Dosen an Vitamin C könnten den Progesteronspiegel steigen lassen und damit eine Lutealinsuffizienz ausgleichen, zumindest bei Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom.

Könnte und könnten - denn mehr als die Möglichkeit solcher Effekte war aus den 13 Studien nicht abzuleiten. Sowohl klinisch als auch methodisch war das Datenmaterial zu heterogen für eine Metaanalyse im strengen Sinn.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »