Ärzte Zeitung, 31.01.2012

Autoantikörper bedrohen Embryonen

NEU-ISENBURG (eb). Bei Frauen im gebärfähigen Alter lassen sich häufig Schilddrüsen-Autoantikörper nachweisen. Einer aktuellen Metaanalyse zufolge erhöht sich durch solche Antikörper das Risiko für Aborte und Frühgeburten.

In der Metaanalyse wurden Studien seit dem Jahre 1951 bis heute im Hinblick auf die Verbindung von Schilddrüsen-Auto-Antikörpern und Aborten oder Frühgeburten ausgewertet (BMJ 2011; 342: d2616).

Bei 28 von insgesamt 31 Untersuchungen fand sich eine positive Korrelation zwischen dem Nachweis von Schilddrüsen-Auto-Antikörpern und einem Abort.

Durch die Antikörper erhöhte sich das Risiko für Fehlgeburten in den 19 Kohortenstudien fast um das Vierfache (Odds Ratio, OR: 3,9). Und bei den 12 Fall-Kontrollstudien stieg das Abortrisiko durch die Antikörper um 80 Prozent (OR: 1,8).

Geringeres Risiko durch Levothyroxin

Für Frühgeburten verdoppelte sich in den Kohortenstudien das Risiko bei Nachweis von Schilddrüsen-Auto- Antikörpern (OR: 2,07).

In zwei weiteren randomisierten Studien wurde der Einfluss der Behandlung mit Levothyroxin auf das Risiko für Fehlgeburten hin untersucht.

Es zeigte sich unter dem Schilddrüsenmedikament eine 52-prozentige Risikoreduktion (relatives Risiko, RR: 0,48), und die Häufigkeit von Frühgeburten verringerte sich signifikant um 69 Prozent (RR: 0,31).

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