Ärzte Zeitung online, 13.02.2017
 

Schilddrüsenknoten

Gut- oder bösartig?

Eine ultraschall-basierte Untersuchungsmethode verbessert die Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Schilddrüsenknoten deutlich.

Gut- oder bösartig?

Eine ultraschall-basierte Untersuchungsmethode verbessert die Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Schilddrüsenknoten deutlich.

© Alexander Raths / Fotolia

BERLIN. Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat Knoten in der Schilddrüse. Doch sind diese bös- oder gutartig? Das zu unterscheiden ist nicht einfach. Die diagnostische Differenzierung ist jedoch maßgeblich für die Therapiewahl – noch immer werden dafür viele Schilddrüsenknoten operiert. Eine Multicenter-Studie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) macht Hoffnung auf eine differenziertere, operationsfreie Diagnose (Ultraschall in Med 2016; 37: 262–270). Die Studie zeigt, dass Ultraschall als bildgebendes Verfahren gemeinsam mit einer Ultraschall-basierten Messung der Gewebeelastizität, der Strain Elastografie (SE), die differenziertere Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Knoten deutlich verbessert, heißt es in einer Mitteilung der DEGUM.

Gut- oder bösartig?

Ärzte setzen zur Diagnose von Verwachsungen in der Schilddrüse den medizinischen Ultraschall als bildgebendes Verfahren ein. Um Patienten für einen möglicherweise darauf folgenden chirurgischen Eingriff besser zu selektieren, werden nicht-invasive diagnostische Verfahren – wie die ultraschallbasierte Strain Elastografie - immer weiter optimiert.Mit der neuen Studie wollten die Ultraschall-Experten herausfinden, welchen Stellenwert diese Methode bei der Differenzierung von Schilddrüsenknoten hat.

Das Ergebnis: In der Untersuchung wurden 90 Prozent der Knoten korrekt als gutartig erkannt, wenn Ultraschall und Elastografie gemeinsam angewendet wurden. "Die Studie zeigt, dass die Strain Elastografie als zusätzliche Ultraschallfunktion die Diagnostik der Schilddrüse deutlich verbessert", wird Professor Jörg Bojunga, Leiter der Schwerpunkte Diabetologie/Endokrinologie und Ernährungsmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt in der Mitteilung zitiert.

"Damit könnte die Zahl der diagnostischen Operationen zukünftig reduziert werden." Bösartiges Tumorgewebe sei weniger elastisch als gutartiges, daher könne mit Hilfe der Elastografie besser differenziert werden, um welche Gewebeart es sich genau handele, so der Internist. Damit ist es auch gezielter möglich, Patienten zu identifizieren, die einer weiteren Diagnostik wie der Feinnadelpunktion zugeführt werden müssen. Bojunga hat die Studie unter anderem in Zusammenarbeit mit Professor Mireen Friedrich-Rust, DEGUM-Expertin und Oberärztin am Zentrum für Innere Medizin am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, herausgebracht.

Für die Studie wurden 602 Patienten mit 657 Schilddrüsenknoten (567 davon gutartig, 90 bösartig) an sieben deutschen Zentren für Innere Medizin untersucht. Die Knoten der Erkrankten waren jeweils größer als fünf Millimeter. Die Teilnehmer der Studie erhielten zusätzlich zu einer Ultraschall-Untersuchung inklusive Farbduplex-Ultraschall auch eine Strain Elastografie. Die Untersuchungen wurden von Medizinern durchgeführt und ausgewertet, die viele Erfahrungen mit beiden Methoden haben. (eb)

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