Ärzte Zeitung, 09.07.2007

Wenig Testosteron - kürzere Lebenserwartung

Testosteron-Mangel oft bei Metabolischem Syndrom

LA JOLLA (mut). Männer mit niedrigen Testosteron-Werten haben oft zu viel Bauchfett - und eine verkürzte Lebenserwartung. Ob eine Testosteron-Substitution das Leben verlängert, ist aber noch unklar.

Zu wenig Testosteron, zu viel Bauchfett und möglicherweise schon ein Metabolisches Syndrom - wo diese Faktoren zusammentreffen, ist die Lebenserwartung deutlich reduziert. Das geht aus einer Studie mit knapp 800 Männern hervor, die über 18 Jahre hinweg beobachtet wurden. 583 starben in dieser Zeit. Die Sterberate bei den Männern, die zu Beginn einen erniedrigten Testosteron-Spiegel hatten, war um ein Drittel höher als bei Männern mit normalen Testosteron-Werten.

Darauf haben Ärzte um Dr. Gail A. Laughlin aus La Jolla in den USA auf einem US-Endokrinologie-Kongress hingewiesen. Als erniedrigt galt ein Wert von unter 9 nmol/l. Solch niedrige Werte hatten 29 Prozent der Männer. Zum Vergleich: In Deutschland wird eine Testosteron-Therapie bei Werten unter 8 nmol/l empfohlen.

Die erhöhte Sterberate war in der Studie unabhängig von Faktoren wie Diabetes, KHK, körperliche Aktivität und Lebensstil. Es fiel jedoch auf, dass viele der Männer mit niedrigen Testosteron-Werten zugleich einen erhöhten Bauchumfang (ein Maß für das besonders atherogene Bauchfett) und ein Metabolisches Syndrom hatten - und zwar dreimal häufiger als Männer mit normalen Werten. Ob bei solchen Männern eine Testosteron-Therapie hilft, das Leben zu verlängern, soll nun in Studien geklärt werden.

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