Ärzte Zeitung, 26.11.2012

HIV

Wieder mehr Infizierte in Deutschland

Aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts zeigen: In Deutschland ist HIV auf dem Vormarsch. Es gibt aber eine Vermutung, warum es zu dem Anstieg kommt.

Wieder mehr Infizierte in Deutschland

BERLIN. Etwa 550 HIV-Todesfälle und leicht ansteigende Infektionszahlen hat es in diesem Jahr in Deutschland gegeben, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI).

Nach den aktuellen Zahlen leben bei uns etwa 78.000 HIV-Infizierte, von denen 50.000 behandelt werden; etwa 14.000 wissen nichts von ihrer Infektion (Epi Bull 2012; 47: 466).

Die Zahl der Todesfälle hat sich in diesem Jahr nicht weiter erhöht. Jedoch hat es dieses Jahr mehr Neuinfektionen gegeben: Bis zum Ende 2012 werden 3400 geschätzt, 2011 waren es 3.300.

Anstieg hängt wohl mit Anstieg der Syphiliszahlen zusammen

Die am stärksten betroffene Gruppe sind weiterhin Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), so das RKI in einer Mitteilung. Bei MSM kam es Ende der 90er-Jahre zur deutlichen Zunahme von Neuinfektionen, die etwa ab 2004 in eine Plateau-Phase übergegangen ist.

Innerhalb dieser Plateau-Phase gab es einen leichten Anstieg bis 2006, einen leichten Rückgang bis 2010 und einen erneuten leichten Anstieg seit 2011.

Die Veränderungen stehen vermutlich auch in Zusammenhang mit der seit Ende der 90er-Jahre deutlich gestiegenen Verbreitung weiterer sexuell übertragbarer Infektionen bei MSM, die Neuinfektionen mit und Weiterübertragung von HIV begünstigen.

Der leichte Anstieg seit 2011 hängt wahrscheinlich mit dem erneuten deutlichen Anstieg der Syphiliszahlen seit Anfang 2010 zusammen. (eis)

Mehr Infos unter www.rki.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wurden erneut exzellente deutsche pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »