Ärzte Zeitung, 03.11.2006

Koch-Medaille für Ebola-Virus-Forschung

BERLIN (gvg). Für seine Verdienste um die Erforschung gefährlicher Virusinfektionen erhält der Marburger Virologe Professor Hans-Dieter Klenk heute die Robert-Koch-Medaille in Gold. Sein besonderes Interesse gilt Ebola- und Marburg-Viren.

Mit der Robert-Koch-Medaille in Gold 2006 geehrt: Virologe Professor Hans-Dieter Klenk. Foto: Robert-Koch-Stiftung

Klenk ist einer der führenden Virologen weltweit. Der Verfasser von über 400 wissenschaftlichen Publikationen hat zum Beispiel die Erforschung der Struktur und der Funktion von Ebola-Viren vorangetrieben, einem gefürchteten Erreger von hämorrhagischem Fieber.

An der Philipps-Universität Marburg, wo Klenk den Lehrstuhl für Virologie innehat, dürften diese Forschungen bald noch intensiviert werden. Denn im kommenden Jahr geht dort das dritte europäische Labor der Sicherheitsstufe S4 für virologische Forschung in Betrieb, dessen Bau Klenk wesentlich gefördert hat. S4 ist die höchste Sicherheitsstufe nach dem deutschen Gentechnikgesetz. In dem Labor kann dann nicht nur mit Ebola- und Marburg-Viren, sondern auch mit deren genetisch veränderten Varianten experimentiert werden.

Spätestens seit Beginn der Diskussion um die Vogelgrippe ist Klenk in Deutschland auch als Grippe-Kenner bekannt. Er wird zum Thema Influenza-Pandemie gern zu Rate gezogen, ob in Hörfunk, Fernsehen oder Printmedien. Große Aufmerksamkeit erregte seine Kritik an der Bundesregierung im März dieses Jahres. Die wissenschaftlichen Gründe, die die Regierenden gegen die Vogelgrippe-Impfung für Nutztiere ins Feld führten, seien nichts anderes als Handelspolitik unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Pseudoseriosität, so Klenk.

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