Ärzte Zeitung, 13.07.2010

"Sichere Option gegen unkomplizierte Malaria"

Neue Fixkombination als Stand-by-Medikament für Reisende in Sicht / Große Studien in Afrika und Asien belegen die Wirksamkeit

HAMBURG (eis). Für Reisende in Malaria-Endemiegebiete ist ein neues Stand-by-Medikament in Sicht. Die Fixkombination mit den Wirkstoffen Dihydroartemisinin plus Piperaquin (DHA/PQP) wird von der WHO bereits für die First-Line-Therapie gegen unkomplizierte Malaria empfohlen. Die Zulassung wird dieses Jahr erwartet.

Die Fixkombination besteht aus dem schnell wirkenden Dihydroartemisinin, dem aktiven Metaboliten der Artemisinin-Derivate, und dem länger wirkenden Piperaquin. Das Präparat wurde von sigma-tau in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Medicines for Malaria Venture (MMV) entwickelt, teilt das Unternehmen mit.

Ergebnisse klinischer Studien mit der Kombination hat Dr. Quique Bassat aus Barcelona in Spanien bei der "3rd Northern European Conference on Travel Medicine" (NECTM) in Hamburg vorgestellt. So haben an einer Studie in Burkina Faso, Kenia, Mozambique, Uganda und Zambia mehr als 1 500 Kinder im Alter von 6 bis 59 Monaten teilgenommen. Verglichen wurde die neue Kombination mit dem dortigen Therapiestandard Artemether/Lumefantrin. Primärer Endpunkt war die Heilungsrate nach 28 Tagen. Hier war die neue Kombination ähnlich wirksam und verträglich wie der Therapiestandard.

Bei der Rate an Neuinfektionen während einer 42-tägigen Nachbeobachtung war DHA/PQP aber dem Standard überlegen. Dies weise auf einen verlängerten prophylaktischen Effekt nach Beendigung der Therapie hin, so Bassat.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam eine Phase-III-Studie in Thailand, Indien und Laos mit 1 150 Erwachsenen und Kindern, berichtete Bassat. Auch hier war das neue Mittel ähnlich wirksam und verträglich wie der dortige Therapiestandard Artesunat/Mefloquin. Außerdem war auch die Rate von Neuinfektionen nach der Therapie mit der DHA/PQP-Kombination vermindert.

"Die neue Fixkombination wird sowohl in endemischen Gebieten als auch bei importierten Fällen eine neue, sichere und effiziente Option zur Behandlung von akuter, unkomplizierter Malaria sein", sagte Bassat.

www.dtg.org/malaria.html

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »