Ärzte Zeitung, 25.01.2011

Viele Tote durch Polio im Kongo

BERLIN (eis). In der Republik Kongo gibt es seit Oktober einen dramatischen Polio-Ausbruch, meldet das Robert Koch-Institut (Epi Bull 2011, 3: 17).

Bis Mitte Januar seien nahe der Hafenstadt Pointe Noire 524 Fälle akuter schlaffer Paresen (AFP) und 219 Todesfälle registriert worden.

Aus Stichproben wurde ein Poliovirus isoliert, das auch in Angola zirkuliert und ursprünglich aus Indien stammt.

Ungewöhnlich seien das gehäufte Auftreten von Polio bei Jugendlichen und jungen Männern sowie die hohe Sterberate von 40 Prozent, so das RKI. Das könnte auf Impflücken aus den 1990er Jahren wegen politischer Unruhen hindeuten.

Frauen hätten möglicherweise durch engen Kontakt mit ihren geimpften Kindern einen gewissen Schutz. Angesichts der hohen Sterberate wird vermutet, dass milder verlaufende Infekte gar nicht registriert werden. Impfungen sollen den Ausbruch nun eindämmen.

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