Ärzte Zeitung, 18.05.2011
 

MRSA-Screening spart Kliniken Geld

Uniklinikum Greifswald meldet erste Erfolge

BERLIN (af). Patienten bei der Aufnahme ins Krankenhaus auf MRSA zu untersuchen, spart den Kliniken Geld. Eine Infektion koste ein Krankenhaus bis zu 20.000 Euro, sagten Fachleute auf dem Hauptstadtkongress.

Jeder dritte Mensch in Deutschland sei Träger von Staphylokokken, aber nur ein Bruchteil davon Träger von multiresistenten Staphylokokken. Die MRSA-Prävalenz in der Bevölkerung in Deutschland betrage geschätzt zwischen einem und zwei Prozent, sagte Dr. Alexander Raffael von der Becton Dickinson GmbH.

Die Besiedelung alleine sei aber noch kein Behandlungsgrund. Länder wie die Niederlande oder Dänemark liegen bei unter ein Prozent besiedelter Einwohner. Dort werden die Keime aktiv gesucht und anschließend zerstört.

Kommt ein besiedelter Mensch ins Krankenhaus, wird sein Zustand relevant. Jeder besiedelte Patient stecke im Schnitt 1,5 weitere Patienten an. 16 Prozent davon erlitten Infektionen.

Krankenhäuser ständen vor der Frage, ob sie ein generelles Screening vornehmen sollten oder nur eines nach Risikogruppen, sagte Raffael. Ungeklärt sei auch, ob Kliniken Patienten nicht auch bei der Entlassung auf die Keime hin untersuchen müssten.

Die Praxis zeigt, dass sich mit Screenen Erfolge erzielen lassen. Im Uniklinikum Greifswald gingen die nosokomialen Infektionen zurück, sagte Professor Axel Kramer.

Die Ergebnisse des seit 2006 praktizierten Screenings wolle das Klinikum demnächst publizieren. Dass häufig verunreinigte OP-Instrumente die Quelle der Verkeimung seien, deute auch auf fehlendes Qualitätsmanagement hin, sagte Kramer.

[24.11.2011, 16:31:33]
Dr. Mohammad Behechtnejad 
MRSA-Screening spart Kliniken Geld: Ärzte Zeitung, 18.05.2011

Wenn der Patient nicht von einem Seniorenheim eingeliefert, oder von einem andren Krankenhaus, oder
aus dem Ausland verlegt wurde, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er nach der bisherigen Lesart vor der
geplanten Operation getestet wird, sehr gering!

Schnell-PCR Test-Kit kostet zirka 85,00 Euro und der normale Latex-Test zirka 15,00 Euro.
Das kann man sich anscheinend bei uns normalerweise nicht leisten.

Fragen Sie wegen Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse nach, dann bekommen Sie wahrscheinlich
folgende verklausulierte und lapidare Antwort zu hören:
Wir zahlen für alles medizinisch Notwendige!
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bariatrische Chirurgie rückt Bluthochdruck zu Leibe

Adipöse Hypertoniker konnten in einer Studie nach bariatrischer Chirurgie ihre antihypertensive Medikation reduzieren. Die Hälfte erreichte sogar eine Remission des Bluthochdrucks. mehr »

Droht uns jetzt eine Staatskrise?

Jamaika gescheitert, politisches Vakuum in Berlin. Am Beispiel der Gesundheitspolitik lässt sich zeigen, warum das noch keine Krise ist. mehr »

Das müssen Ärzte beim Impfen beachten

Allergische Reaktionen sind eine Kontraindikation für eine erneute Anwendung des Impfstoffs. Ist eine weitere Impfung dennoch nötig, sollten Ärzte diese Tipps beherzigen. mehr »