Ärzte Zeitung, 13.04.2016

US-Seuchenbehörde

Zika-Virus ist "erschreckender als wir dachten"

WASHINGTON. Das Zika-Virus ist nach Ansicht von US-Experten gefährlicher als bisher angenommen. "Alles, was wir uns zu diesem Virus anschauen, scheint etwas erschreckender zu sein, als wir ursprünglich dachten", sagte die Vize-Direktorin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Anne Schuchat, bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus am Montag.

Zika stehe nicht nur im Zusammenhang mit Mikrozephalien, sondern auch mit Frühgeburten und Augenproblemen. Es verursache zudem wahrscheinlich während der gesamten Schwangerschaft Probleme - nicht nur im ersten Trimester. So gut wie jeden Tag gebe es neue Erkenntnisse zu dem Virus, sagte Schuchat. "Und das, was wir lernen, ist nicht beruhigend."

Besonders besorgniserregend ist laut Schuchat die Lage in Puerto Rico. Es könne in dem US-Territorium in der Karibik Hunderttausende Fälle geben. Auf dem amerikanischen Festland komme die Zika-übertragende Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) in 30 Staaten vor.

Voraussichtlich im September werde es eine erste klinische Studie mit einem Impfstoff geben, erklärte der Direktor des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID), Dr. Anthony Fauci.

Zika-Viren haben sich in den vergangenen Monaten rasend schnell in Lateinamerika ausgebreitet. Gefürchtet sind Infektionen von Schwangeren: Die Viren stehen im Verdacht, bei Ungeborenen Mikrozephalien mit geistigen Retardierungen auszulösen. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »