Ärzte Zeitung online, 15.06.2016

Notfall-Komitee

WHO: Zika kein Grund, Olympia zu verlegen

Die WHO widerspricht Experten, die wegen der Zika-Gefahr die Verlegung der Olympiade fordern.

GENF. Die WHO rät trotz der Gefahren durch Zika-Viren nicht von Reisen nach Brasilien ab. Auch bestehe kein Grund, die Olympiade zu verlegen oder zu verschieben, entschied das Notfall-Komitee der Organisation am Dienstag in Genf.

"Das Risiko einer weiteren internationalen Ausbreitung ist sehr gering", sagte der Chef des WHO-Notfall-Komitees, David Heymann. Speziell im südamerikanischen Winter, also zum Zeitpunkt der Spiele im August, sei die Intensität der Verbreitung schwach. Das Virus grassiert in fast 60 Ländern. Eine Verlegung der Spiele hätte damit keinen signifikanten Einfluss auf die Verbreitung der Krankheit. Unlängst hatten rund 200 Gesundheitsexperten für die räumliche oder zeitliche Verschiebung der Spiele plädiert (wir berichteten).

Zwar könnten Massenveranstaltungen wie die Olympischen Spiele bei der Übertragung von Krankheiten eine Rolle spielen. Bei Zika treffe dies aber nicht zu, so Heymann. "Das Risiko in Verbreitungsgebieten ist mit oder ohne Massenveranstaltungen gleich", heißt es in den Empfehlungen der WHO. Zugleich bekräftigte die WHO, dass weiterhin keine generelle Reisewarnung wegen Zika nötig sei. Das gelte auch für alle Städte in Brasilien, in denen die Olympischen und die Paralympischen Spiele stattfinden. Zu den Empfehlungen gehört, dass Schwangere nicht in betroffene Gebiete reisen sollten. Wegen möglicher sexueller Übertragbarkeit der Viren sollen Schwangere laut WHO zudem nur "Safer Sex" praktizieren, wenn ihre Partner in betroffenen Gebieten leben oder aus solchen zurückkehren.

Brasiliens OK-Chef Carlos Nuzman hatte zuletzt versichert, es gebe kein "Gesundheitsrisiko für die Öffentlichkeit" während der Spiele. Der Deutsche Olympische Sportbund will seine Athleten mit regelmäßig aktualisierten Informationen über die Gefahren von Zika aufklären. Der DOSB hat die Sportler mit dem Mückenschutzmittel "Anti-Brumm" ausgestattet und mahnt die Sportler zum Insektenschutz. (dpa)

Topics
Schlagworte
Infektionen (15530)
Organisationen
WHO (3457)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »