Ärzte Zeitung online, 27.08.2019

Reisemedizin

Vermehrt Dengue-Fälle in Lateinamerika

Das CRM rät Reisenden zu Schutz vor Dengue-Fieber in Lateinamerika und der Karibik.

DÜSSELDORF. In Lateinamerika und der Karibik grassiert das Dengue-Fieber 2019 wieder stärker als in den letzten beiden Jahren, berichtet das CRM Centrum für Reisemedizin. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind in Lateinamerika und in der Karibik mehr als zwei Millionen Menschen an Dengue-Fieber erkrankt und mehr als 700 gestorben.

Vor allem Brasilien, Mexiko, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Belize, Kolumbien, El Salvador, Paraguay und Venezuela melden hohe Erkrankungszahlen. Allein in Brasilien gab es bisher schon weit mehr als 800.000 bestätigte Dengue-Fälle. An das Robert Koch-Institut wurden im ersten Halbjahr 2019 bereits 643 Dengue-Infektionen gemeldet. Die meisten Reisenden hatten sich dabei zwar in Thailand infiziert, aber auch Touristen aus Süd- und Mittelamerika sind bereits betroffen gewesen: Sie haben sich vor allem in Brasilien, auf Kuba oder in Mexiko angesteckt.

Das Dengue-Fieber wird ja durch das Dengue-Virus ausgelöst, das über eine tagaktive Stechmücke übertragen wird. Im Moment gibt es keine für Reisende zugelassene Impfung gegen die vier verschiedenen Virus-Typen. Deshalb empfiehlt das CRM allen Reisenden in diese Länder, helle und möglichst geschlossene Kleidung zu tragen und dünne Stoffe zusätzlich mit einem Insektenschutz zu imprägnieren, da Moskitos durch feine Gewebe hindurchstechen können.

Auf freie Hautstellen sollte ein Mückenschutzmittel mit DEET (Diethyltoluamid) in einer Konzentration von mindestens 30 Prozent aufgetragen werden. Diese Repellents schützen mindestens drei Stunden lang gegen die meisten stechenden Insekten; danach müssen sie erneut aufgetragen werden. Das CRM rät zudem, unter Moskitonetzen zu schlafen.

Kommt es zu einer Infektion, treten nach einigen Tagen grippeähnliche Symptome auf wie hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen und Druckschmerz hinter den Augen; oft kommt es auch zu einem vorübergehenden Hautausschlag.

„Wer während oder nach einer Reise in Lateinamerika oder in der Karibik grippeähnliche Symptome empfindet, sollte sofort einen Arzt aufsuchen“, so Professor Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM, in der Mitteilung des Centrums. Bei rechtzeitiger Diagnose und adäquater Behandlung der Symptome kann ein schwerer Verlauf bei einer ersten Infektion meist verhindert werden.

Nach Infektion mit einem der vier Virus-Typen ist man gegen diesen resistent. Bei einer Zweitinfektion mit einem anderen Virus-Typ könnte die Krankheit allerdings schwerer verlaufen. „Wir empfehlen deshalb, sich bei einer weiteren Reise in ein Dengue-Gebiet besonders vorsichtig zu verhalten“, betont Jelinek. (eb)

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