Ärzte Zeitung, 08.05.2013

Chronische Sinusitis

Was taugen topische Therapien wirklich?

Bei chronischer Sinusitis soll die Nase mit Salzlösung gespült oder verschiedene Sprays verwendet werden. Doch zur Effektivität dieser Therapien gehen die Meinungen auseinander. Eine neue Studie versucht, Licht ins Dunkel zu bringen.

Von Dagmar Kraus

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Ist es infolge einer chronischen Sinusitis zu Polypen gekommen, können lokale Kortikoidsprays helfen.

© Dan Race / fotolia.com

NEW YORK/PHILADELPHIA. Inwieweit topische Anwendungen bei chronischer Sinusitis tatsächlich empfehlenswert sind, untersuchten US-amerikanische Mediziner anhand der verfügbaren Literatur.

Sie suchten in den großen Datenbanken Medline, Embase sowie im Cochrane-Zentralregister nach kontrollierten Studien, randomisierten kontrollierten Studien und Metaanalysen, in denen die Effektivität der verschiedenen Optionen untersucht worden war, und formulierten anhand der ermittelten Beweislage Empfehlungen (Laryngoscope 2013, online 1. April).

Für das Spülen mit Salzlösung zeichnete sich die beste Evidenz ab. In insgesamt 16 randomisierten kontrollierten Studien fanden Calvin C. Wei vom St. Luke Hospital in New York und seine Kollegen den Nutzen der nasalen Anwendung von Salzlösung bestätigt.

Als eigenständiges Behandlungsverfahren sowie ergänzend nach endoskopischer Sinuschirurgie milderte es effektiv die Beschwerden.

Die lokale Kortikosteroidtherapie war noch intensiver erforscht worden, insgesamt 25 Studien hatten randomisiert und kontrolliert den Nutzen überprüft. Eindeutig von Vorteil war darin eine lokale Kortikosteroidbehandlung, allerdings nur dann, wenn infolge der chronischen Nebenhöhlenentzündung Polypen entstanden waren, die unter Therapie wieder schrumpften.

Salzlösung sinnvoll

Für Aussagen zur chronischen Sinusitis ohne Polypen reichte die Evidenz der vorliegenden Untersuchungen nicht aus.

Eher dürftig fiel die Beweislage zur Antibiotika- und Fungizidtherapie aus: Ganze zwei randomisierte kontrollierte Studien existierten zur topischen Antibiotikatherapie und vier zur topischen Pilzbehandlung, wobei meist der Wirkstoff Amphotericin B getestet wurde.

Ein eindeutiger Vorteil bestätigte sich allerdings weder für das Antibiotika- noch für das Fungizidspray. Die mit dem Pilzmittel behandelten Patienten schnitten in den Studien nicht besser ab als diejenigen Patienten, die ihre Nasenhöhlen mit einem Salzwasserspray befeuchtet hatten.

Als sinnvoll erachten die US-amerikanischen Studienautoren das Spülen mit Salzlösung. Der Nutzen topischer Antibiotika- und Kortikosteroidanwendungen hingegen müsse künftig noch genauer untersucht werden.

Die Studienautoren sind sich jedoch sicher, dass beide Behandlungsarten künftig an Bedeutung gewinnen werden, und zwar nicht zuletzt aufgrund der Nebenwirkungen einer systemischen Antibiotika- oder Kortikosteroidtherapie.

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