Ärzte Zeitung, 04.03.2005

KOMMENTAR

Eine Impfung, die vor Krebs schützt

Von Wolfgang Geissel

Nach dem Rauchen ist das Hepatitis-B-Virus weltweit die häufigste Einzelursache für eine Krebserkrankung. Bis zu 25 Prozent der chronisch Hepatitis-B-Infizierten bekommen nämlich ein hepatozelluläres Karzinom.

Und ist ein Mensch erst chronischer Virusträger, dann hat er nur eine 30prozentige Chance, mit einer Therapie die Infektion langfristig einzudämmen. Bester Schutz ist daher die Hepatitis-B-Vakzine, die mit Recht auch als der erste Impfstoff gegen Krebs bezeichnet wird.

In Deutschland ist durch das 1996 gestartete Impfprogramm bei Säuglingen die Inzidenz von Hepatitis B bei Kindern inzwischen halbiert worden. Defizite gibt es jedoch bei Jugendlichen, die mit der Impfung bisher nur schlecht erreicht werden. Gerade bei ersten sexuellen Kontakten haben sie ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Hier sind Hausärzte gefragt, bei jedem Kontakt mit einem jungen Menschen den Schutz zu überprüfen und Impflücken zu schließen.

Wegen der schweren möglichen Folgen der Infektion sollten aber auch Erwachsene in Risikogruppen so umfassend wie möglich geimpft werden. Vor allem auch die neuen Empfehlungen zu chronisch Kranken sind hier zu berücksichtigen.

Lesen Sie dazu auch:
Nierenkranke brauchen Schutz gegen Hepatitis B

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