Ärzte Zeitung, 10.05.2005

Verlängerte Kombinationstherapie bei Hepatitis C wird jetzt geprüft

1200 Patienten mit dem HCV-Genotyp 1 nehmen an Studie teil / Erfolg mit Pilotstudie

PARIS (grue). Patienten mit chronischer Hepatitis C (HCV) erhalten für zwölf Monate eine Kombinationstherapie aus Interferon und Ribavirin. In einer prospektiven Studie wird jetzt geprüft, ob die schwer zu behandelnden Patienten mit dem HCV-Genotyp 1 von einer längeren Behandlung profitieren.

Das Design der von Schering-Plough unterstützten Multicenter-Studie mit dem Akronym SUCCESS hat Professor Rafael E. Mur aus Barcelona auf einer Veranstaltung des Unternehmens in Paris vorgestellt. In das Programm werden 1200 Patienten mit HCV vom Genotyp 1 aufgenommen, die auf eine Erst-Linien-Therapie mit PEG-Interferon-alpha-2b plus Ribavirin (Pegintron® und Rebetol®, beides von Essex) mit zeitlicher Verzögerung angesprochen haben.

Die Patienten haben in der zwölften Therapiewoche eine verminderte Viruslast und müssen nach dem Studienprotokoll in der 24. Woche virusfrei sein. "Bei solchen Slow Respondern sollte die Vermehrung der hochaktiven Viren konsequent unterdrückt werden, sonst bekommen die Patienten schnell einen Rückfall", sagte Mur.

Mathematiker hätten berechnet, daß Patienten mit dieser auffälligen Viruskinetik eine um sechs Monate verlängerte Therapie brauchen, um ähnlich hohe Remissionsraten wie "Fast Responder" zu erzielen. Die in die SUCCESS-Studie aufgenommen Teilnehmer werden deshalb nach zwölf Monaten in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Hälfte beendet die Standardtherapie, die andere führt sie für weitere sechs Monate fort. Die Dosierung beträgt 1,5 µg/kg PEG-Interferon-alpha-2b wöchentlich plus 800 bis 1400 mg Ribavirin täglich.

Wie Mur berichtete, verlief eine ähnlich konzipierte Pilotstudie mit acht Patienten erfolgreich. Sieben von ihnen erreichten mit der verlängerten Therapie eine anhaltende Remission. Wenn die neue Strategie greife, werde die HCV-Therapie einen weiteren Schritt nach vorn machen, so Mur. Die Remissionsraten nach Standardtherapie lägen derzeit bei 50 Prozent.

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