Forschung und Praxis, 28.10.2005

Hepatitis C - Adipösen nutzt gewichtsadaptierte Therapie

Die Kombination aus pegyliertem Interferon alfa-2b plus Ribavirin (RBV) führt bei Patienten mit Hepatitis C in einer körpergewichtsadaptierten Dosierung zu höheren anhaltenden Ansprechraten als PegInterferon alfa-2a / RBV. Und dies vor allem bei übergewichtigen Patienten. Dieses Studienergebnis berichtete in Köln Professor Siegbert Rossol vom GPR-Klinikum Rüsselsheim.

In der Untersuchung sollte überprüft werden, ob Körpergewicht und histologisch ermittelte Leberschäden zusammenhängen, so Rossol auf einer vom Unternehmen Essex Pharma unterstützten Veranstaltung.

Zudem sollte geklärt werden, ob sich mit der körpergewichtsadaptierten Dosierung von PegInterferon alfa-2b (PEG-IFN alfa-2b, PegIntron®) bei übergewichtigen Patienten höhere SVR-Raten (sustained virological response) erreichen lassen als mit dem einheitlich dosierten PEG-IFN alfa-2a. Eine SVR lag vor, wenn sechs Monate nach Therapieende keine HCV-RNA mehr nachzuweisen war.

An der Studie nahmen 133 Patienten mit einer chronischen HCV-Infektion vom Genotyp 1 teil.

Die Ergebnisse: Die 42 übergewichtigen Patienten (BMI > 30 kg / m2) hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine durch Leberbiopsie bestätigte Steatose (41 vs. 17 Prozent). Auch die Rate von fortgeschrittenen Fibrosen war bei den übergewichtigen Patienten höher (60 vs. 44 Prozent).

Eine SVR konnte mit PEG-IFN alfa-2b / RBV bei 53 Prozent der übergewichtigen und bei 48 Prozent der normalgewichtigen Patienten erreicht werden. Die SVR-Raten mit PEG-IFN alfa-2a / RBV betrugen bei übergewichtigen 18 Prozent und bei normalgewichtigen 28 Prozent. (otc)

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