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Übertragung

Mikrowelle inaktiviert Hep C- und HI-Viren

Forscher entwickeln eine einfache Methode, die das Risiko der Übertragung von HCV und HIV durch Drogenbestecke minimiert.

Veröffentlicht:

HANNOVER. Die Übertragung von Hepatitis C- und HI-Viren zwischen Drogenabhängigen, die sich Heroin injizieren, ist ein globales Gesundheitsproblem. Zum Beispiel infizieren sich inzwischen über 80 Prozent der neuen Hepatitis C-Patienten durch den Austausch kontaminierter Drogenbestecke untereinander. Wissenschaftler des Forschungszentrums TWINCORE haben eine einfach anzuwendende, zuverlässige Methode entwickelt, mit der das Risiko der Virusübertragung durch Drogenbestecke minimiert werden kann: Mikrowellenbestrahlung (Scientific Reports 2016, online 18. November).

Das Funktionsprinzip der Mikrowelle basiert auf der Anregung von Wasser in der Probe und damit letztlich auf Erwärmung. "Da wir aus früheren Studien wussten, dass zumindest das Hepatitis C-Virus temperaturempfindlich ist, war der Ansatz erfolgversprechend", wird Anindya Siddharta, Forscher der Arbeitsgruppe, in einer Mitteilung des Zentrums zur Veröffentlichung der Studie zitiert. Und tatsächlich: Zwei Minuten bei 360 Watt reichen aus, um wässrige HCV-Lösungen zu inaktivieren. Die Versuche wurden auf HIV erweitert – mit demselben Erfolg. Mehr Watt und weniger Zeit hingegen führen nicht zur Inaktivierung der Viren. "Weniger als zwei Minuten reichen einfach nicht aus, um die Viruslösungen auf die nötige Temperatur zu bringen."

Die Behandlung des Filters, durch den Drogenabhängige ihre Heroinzubereitung in die Spritze ziehen, dauert etwas länger, damit die Wärme auch wirklich den gesamten Filter durchdringt. "Sowohl Filter als auch Spritzen sind nach drei Minuten bei 360 Watt nicht mehr infektiös, selbst wenn sie 24 Stunden angetrocknet sind", wird Eike Steinmann zitiert. "Einzig kritisch ist dann noch die Metallnadel der Spritze, die darf natürlich nicht in die Mikrowelle und müsste anders behandelt werden." (mal)

Das TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, ist eine gemeinsame Einrichtung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover.

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