Ärzte Zeitung, 03.08.2005

Ständige Impfkommission hat Empfehlungen aktualisiert

Änderungen bei Aufklärung und Pneumokokken-Schutz

NEU-ISENBURG (eis). Präzise Angaben zur Aufklärung von Patienten vor Schutzimpfungen und Änderungen beim Pneumokokkenschutz von Kindern: Das sind einige Neuerungen in den aktuellen Empfehlungen der Ständige Impfkommission (STIKO).

Impflinge oder ihre Eltern müssen vom Arzt über die zu verhütende Krankheit und die Impfung aufgeklärt werden, damit sie sich zur Impfung entscheiden können. Nach den neuen Empfehlungen gehören dazu:

  • Informationen über die zu verhütende Krankheit und den Nutzen der Impfung, die Kontraindikationen und die Vornahme der Impfung, das Verhalten nach der Impfung, mögliche Nebenwirkungen und Impfkomplikationen,
  • der Beginn und die Dauer des Impfschutzes sowie die Notwendigkeit und die Termine von Folge- und Auffrischimpfungen.

Bei Einzelimpfungen reicht eine mündliche Aufklärung, es bedarf keiner Unterschrift des Patienten. Die Aufklärung ist in den Patientenakten zu dokumentieren. Werden Aufklärungsblätter verwandt, müssen Impflinge Gelegenheit für gezielte Nachfragen haben, so die Empfehlungen.

Änderungen beim Pneumokokken-Impfschema wurden durch eine erweiterte Zulassung des Konjugat-Impfstoffs (Prevenar®) möglich. Dieser ist jetzt auch für Kinder von 24 bis 59 Monaten zugelassen.

Da ein Viertel aller invasiven Pneumokokkeninfekte in dieser Altersgruppe auftreten, rät die STIKO künftig, ungeimpfte Kinder zwischen zwei und vier Jahren, bei denen eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung vorliegt, mit dem Konjugat-Impfstoff zu schützen.

Die neuen STIKO-Empfehlungen stehen im Web unter www.rki.de

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