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Marketing-Instrumente mit Fortbildungscharakter

BERLIN (gvg). Ärzte können damit rechnen, daß pharmazeutische Unternehmen künftig verstärkt elektronisch mit ihnen in Kontakt treten. Das war der Tenor der ersten Konferenz der europäischen Medizinportale (EMPC 2005) in Berlin.

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Die Veranstaltung wurde vom Kölner Unternehmen DocCheck ausgerichtet. Zu Gast waren Portalmanager und Vertreter pharmazeutischer Unternehmen aus vielen europäischen Ländern. Die meisten der Anwesenden sahen die Zukunft der ärztlichen Pharmaberatung multimedial.

Brad Wilson von dem britischen Medizinportal OnMedica beispielsweise gab sich überzeugt, daß sogenannte E-Details zunehmend die Arbeit der Außendienstmitarbeiter ergänzen werden. Ein E-Detail ist ein oft spielerisch gestaltetes Software-Modul, das dem Arzt Informationen zu einem Produkt und dem entsprechenden Krankheitsbild gibt.

Das Durcharbeiten der Software erfordert meist nur wenige Minuten. Für die Nutzung wird in der Regel eine Aufwandsentschädigung gezahlt, die sich an der aufzuwendenden Zeit orientiert.

Für Ärzte hat ein E-Detail einige Vorteile im Vergleich zu anderen Marketing-Strategien. Abgesehen von der Aufwandsentschädigung können Ärzte so zum Beispiel frei darüber entscheiden, wann sie das Programm durchspielen und wieviel Zeit sie dafür aufwenden.

Auch der Informationsgewinn für einen Arzt kann bei einem gut gemachten E-Detail hoch sein: So würden Ärzte vor allem solche Programme gerne nutzen, die zusätzlich zu Informationen über das Produkt, um das es geht, auch Hintergrundwissen zur Indikation lieferten, betonte Wilson. E-Details können also durchaus Fortbildungscharakter haben.

Als Beispiel nannte Wilson ein von seiner Firma für ein Pharma-Unternehmen konzipiertes E-Detailing-Angebot zu einem Produkt bei Asthma bronchiale von Erwachsenen. In diesem Modul wurde auch ein freiwilliger Abschnitt über pädiatrisches Asthma angeboten, der von einem Großteil der Ärzte durchgearbeitet worden sei, obwohl das nicht zwingend erforderlich war und mit dem Produkt nichts zu tun hatte.

Ebenfalls eine starke Fortbildungskomponente hat ein neues, von der Antwerpes & Partner AG entwickeltes E-Detail zur Zeckenimpfung, über das Antwerpes-Mitarbeiter Thilo Kölzer berichtete. Der Arzt nimmt dabei die Position eines Autofahrers ein, der eine Landstraße entlang fährt. Verkehrsschilder geben ihm auf dem Weg Informationen zur Zecke, zum Zeckenstich, zur Therapie und zur Impfung.

Sowohl Kölzer als auch Wilson vertraten die Auffassung, daß die elektronische Ansprache von Ärzten zunehmend den Pharma-Außendienst ergänzen wird. Bisher seien allerdings maximal ein bis zwei Prozent der Marketingaktivitäten der Pharma-Industrie in diesem Bereich angesiedelt, zu dem auch die industriegesponsorte Online-Fortbildung gehört.

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