Ärzte Zeitung, 03.11.2010

Pertussis-Schutz: Keine Angst vor Kombi-Impfung!

POTSDAM (sir). Kontaktpersonen eines Säuglings sollten gegen Pertussis geimpft sein, da kein Nestschutz besteht. Daran erinnerten Dr. Dorothee Kieninger aus Mainz und Dr. Martin Terhardt aus Ratingen bei einem von GlaxoSmithKline unterstützten Impf-Workshop auf dem DGKJ-Kongress. Frauen mit Kinderwunsch sollten idealerweise vor der Konzeption geimpft werden.

"Aber auch bei Impfung mit dem Totimpfstoff in der Schwangerschaft wurde bisher kein Anstieg von Schwangerschaftskomplikationen beobachtet", so Kieninger. Die Pertussis-Impfempfehlung gilt übrigens auch für Personen, die einen Keuchhusten durchgemacht haben: Dies schützt nur etwa sieben bis acht Jahre vor Neuansteckung.

Da derzeit kein monovalenter Pertussis-Impfstoff verfügbar ist, wird eine kombinierte Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Impfung empfohlen. "Nach neuesten Studiendaten treten auch bei kurzem Abstand zur letzten vorherigen Td- oder TD-Impfung keine verstärkten unerwünschten Impfwirkungen auf", sagte Kieninger. Dies gelte sogar, wenn die letzte Tetanus-Diphtherie-Impfung erst einen bis zwei Monate zurückliegt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »

Mit Geriatrietests zur Diabetestherapie à la carte

Der eine ist fit, der andere gebrechlich: Alte Menschen mit Typ-2-Diabetes brauchen individuelle Therapieformen. Ein Geriater gibt Tipps. mehr »