Ärzte Zeitung online, 08.10.2018

BZgA-Impfstudie

Mit gutem Beispiel vorangehen

Ein Kommentar von Wolfgang van den Bergh

vdb

Schreiben Sie dem Autor vdb@springer.com

Die positive Einstellung zum Thema Impfen liegt in der Bevölkerung bei über 70 Prozent. Gemessen an den Jahren 2012 und 2014 geht dieser Trend in die richtige Richtung.

Soweit die gute Nachricht, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf der Grundlage einer repräsentativen Umfrage am Montag verbreitet hat.

Feine Unterschiede gibt es aber dann, wenn es um die Art der Impfung geht. Hier rangiert die Influenza-Impfung nicht auf einem Spitzenplatz.

Nicht einmal die Hälfte aller Befragten, denen die Impfung angeboten wird, hält sie für (besonders) wichtig. Obwohl längst klar ist, dass sich laut RKI mit keiner anderen Impfung hierzulande mehr Leben retten lassen.

Zur Erinnerung: Mitte September sprach das RKI von einer der schwersten Grippewellen im Winter 2017/18. Neun Millionen influenzabedingte Arztbesuche, zwei Millionen mehr als in den Grippesaisons 2012/13 und 2014/15.

Die Aufforderung der BZgA, Risikogruppen gezielt aufzuklären, richtet sich besonders an Ärzte in Kliniken und Praxen. Sie sollten zudem mit gutem Beispiel vorangehen. Poster-Aktionen sind nett, greifen aber zu kurz.

Und richtig: Ein sommerlicher Herbst verdrängt leicht die Gedanken an die nächste Grippe.

Lesen Sie dazu auch:
BZgA-Impfstudie: Es hakt bei der Grippeimpfung

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Dr. Thomas Georg Schätzler 
Schockierende Influenza-Bilanz: Keiner will's gewesen sein!?
Eine der schwersten Grippewellen fand im Winter 2017/18 statt. Neun Millionen influenzabedingte Arztbesuche, zwei Millionen mehr als in den Grippesaisons 2012/13 und 2014/15. Noch keine abschließende Statistik über Morbiditäten, Co-Morbiditäten und Mortalitäten bzw. therapeutische Aktivitäten mit Neuraminidase-Hemmern.

Ursache war ein 3-fach statt 4-fach Influenza-Impfstoff, welche die WHO bereits seit 2013 mit empfohlen hatte. Der Gemeinsame Bundesausschuss, das Robert-Koch-Institut und die Ständige Impfkommission hatten sich aus reinen Kostengründen auf den 3-fach einschwören und zurechtstutzen lassen.

Weniger "Geiz wäre eben doch geiler" gewesen?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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