Zweifel an Impfstoff unberechtigt

NEU-ISENBURG (eis). "Die Grippe-Impfung ist weiter ohne Vorbehalte zu empfehlen", sagt Dr. Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut in Langen. Die jetzt von US-Forschern geäußerten Zweifel an der Wirksamkeit der Vakzine seien nach wissenschaftlichen Kriterien nicht haltbar, so Pfleiderer zur "Ärzte Zeitung".

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Die US-Forscher hatten 3100 Mitarbeiter einer Klinik in Denver im US-Staat Colorado anonym per Fragebogen befragt, ob sie sich in dieser Saison gegen Grippe haben impfen lassen und ob sie dann im November/Dezember eine grippe-ähnliche Erkrankung (Fieber plus Husten oder Halsweh) hatten (MMWR 53, 2004, 8).

Etwa 1880 beantworteten die Fragen, 1424 waren geimpft. Im Vergleich zu den Ungeimpften ergab sich bei den Geimpften nur eine geringfügig verminderte Erkrankungsrate.

Hauptschwachstelle der Untersuchung ist, daß bei den Patienten keine Erreger-Analysen vorgenommen worden sind, sagte Pfleiderer. Die registrierten grippe-ähnlichen Erkrankungen können nämlich durch viele andere Erreger von respiratorischen Erkrankungen und nicht durch das Influenzavirus verursacht worden sein. "Ohne die Kenntnis des Erregers kann ich aber die Wirksamkeit des besten Impfstoffs auf null heruntertesten", sagte Pfleiderer.

Nach seinen Angaben gibt es aus Europa keine Meldungen über Impfversager der Grippe-Impfung. Auch die Wirksamkeit gegen den zirkulierenden Fujian-Stamm - der in der aktuellen Vakzine nicht enthalten ist - sei prinzipiell belegt. So hätten in Tests Antikörper gegen das Impfstoff-Panamavirus auch das Fujian-Virus gut erkannt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Grippeschutz ist nicht Erkältungsschutz

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