Ärzte Zeitung, 14.01.2005

Hausärzte bei Grippe-Pandemie gefordert

Infizierte müßten möglichst lange ambulant versorgt werden / Zusätzlicher Wartebereich in der Praxis

BERLIN (eb). Der in dieser Woche am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin vorgestellte Nationale Influenza-Pandemie-Plan schreibt der Versorgung durch Hausärzte eine vorrangige Bedeutung zu.

Sollte es zu einer Grippe-Pandemie kommen, wird damit gerechnet, daß ein Gesundheitswesen innerhalb kürzester Zeit die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht. In dem erarbeiteten Pandemieplan wird deswegen klar das Primat der hausärztlichen Versorgung betont: "Im Pandemiefall sollten Erkrankte möglichst lange ambulant behandelt werden, um die Klinikbetten für die wirklich Schwerstkranken vorzuhalten", so Professor Reinhard Kurth, Leiter des RKI, über einen der Grundgedanken des Konzepts bei der Vorstellung des ersten Teils des Plans in Berlin. Auch eine sehr frühzeitige Rückübernahme von bereits genesenden Patienten aus der stationären Therapie ist erforderlich.

Regionale Kooperationsverbünde zwischen Kliniken und niedergelassenen Ärzten sollen Pläne erarbeiten, wie die Patienten bei einer Grippe-Pandemie auf Praxen und Kliniken verteilt werden. Jeder Arzt sollte schon jetzt überlegen, wo er im Fall der Fälle in seiner Praxis einen zusätzlichen, temporären Wartebereich für Patienten mit Grippe-Verdacht einrichten kann.

Die Empfehlungen des Bundes und der Länder zur Finanzierung eines Impfstoffs im Plan hält Kurth für wenig konkret: "Da steht viel zu viel Konjunktiv drin. Man müßte, oder man sollte - wenn ich das schon höre!", so Kurth zur Zeitung "Die Zeit".

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