Ärzte Zeitung, 24.11.2006

Frühwarnsystem stützt die Influenza-Diagnostik

Beurteilung von Atemwegsinfekten wird erleichtert / Starke Viren-Zirkulation stützt Verdacht auf Influenza

NEU-ISENBURG (hub). Ab heute veröffentlicht die "Ärzte Zeitung" wieder freitags die Ergebnisse des Influenza-Warnsystems der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI). Das Warnsystem kann Ärzten die Diagnose bei Patienten mit akuten Atemwegsinfekten erleichtern.

Wann ist die Wahrscheinlichkeit einer Influenza hoch? Wenn ein Patient zwei Kriterien erfüllt. Erstens: Er klagt über rasch auftretendes Fieber mit Temperaturen von über 38° Grad Celsius, intensiven Husten, starke Kopf- und Gliederschmerzen und rasche Entkräftung. Zweitens: In der Region treten gehäuft Influenza-Erkrankungen auf.

Der Wochenbericht der AGI basiert auf einem Meldesystem von 800 Ärzten, verteilt über ganz Deutschland. Wöchentlich werden Patienten mit Atemwegsinfekten gemeldet. Zusätzlich schicken die Meldeärzte Rachenabstriche ein, die auf Influenzaviren untersucht und typisiert werden.

Gibt es vermehrt Influenza-Erkrankungen, werden in der "Ärzte Zeitung" auch die Daten des RealFluTM-Systems von Roche Pharma veröffentlicht. Hier werden tägliche Meldungen Influenza-ähnlicher Erkrankungen aus 300 Arztpraxen erfaßt. Schnelltests bei einigen Patienten sichern die Diagnose.

Mehr Infos: Daten zur Influenza-Situation in Europa unter www.eiss.org

Häufigkeit von akuten Atemwegsinfekten in Deutschland

Bisher keine auffällige Häufung von Patienten mit Atemwegsinfekten

Deutschland: Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) ist in den meisten Regionen etwas angestiegen, befindet sich aber auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau. In den beim Referenzzentrum eingegangenen Proben von Patienten konnten keine Influenza-Viren nachgewiesen werden.

Europa: Seit der 40. Kalenderwoche wurden nur aus wenigen Ländern Influenza-Erkrankungen gemeldet.

Weitere Informationen unter http://www.influenza.rki.de/agi
Die Daten stammen von der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »