Ärzte Zeitung, 08.02.2011

Universal-Impfung für jeden Grippetyp?

OXFORD (dpa). Ein neuer Impfstoff gegen Influenza A könnte in Zukunft sämtliche Varianten des Erregers abdecken und damit die jährliche Spritze überflüssig machen.

Die Vakzine bekämpfe die stets gleichen Proteine im Inneren der Viren statt wie derzeitige Substanzen die wandlungsfähigen Antigene außen an der Virushülle, berichtete die britische Zeitung "The Guardian".

Forscher um Dr. Sarah Gilbert der Uni Oxford haben den Impfstoff erstmals bei Probanden geprüft. "Es könnte zu einer Routine-Impfung wie bei anderen Krankheiten wie Tetanus werden", so die Studienleiterin Gilbert.

Dem Zeitungsbericht zufolge kann es noch Jahre dauern, bis die Substanz eine Zulassung bekommt. Doch die Forscher sind hoffnungsvoll, wie ein Sprecher des beteiligten Jenner Instituts in Oxford bestätigte, an dem der Impfstoff entwickelt wird.

Bei der bisherigen Grippe-Impfung geht es vor allem darum, die Produktion von Antikörpern gegen die Grippeviren zu aktivieren. Der neue Impfstoff hingegen rege die T-Zellen an.

Bei der Studie mit 22 Freiwilligen, die noch nicht publiziert ist, wurde die eine Hälfte der gesunden Studienteilnehmer nicht und die andere Hälfte mit der neuen Vakzine geimpft.

Dann wurden alle Teilnehmer mit Grippeviren infiziert, und zwar mit H3N2-Influenza-A-Viren. Ergebnis: Die Geimpften hatten mehr und aktivere T-Zellen als die Ungeimpften, und es erkrankten weniger von ihnen an Grippe.

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