Ärzte Zeitung, 16.01.2017

Nigeria

Impfkampagne gegen Masern gestartet

JOHANNESBURG. Mit einer massiven Impfkampagne geht die WHO im Nordosten Nigerias gegen einen Masern-Ausbruch vor. In den Bundesstaaten Borno, Yobe und Adamawa sollen fast fünf Millionen Kinder im Alter von sechs Monaten bis zehn Jahre binnen zwei Wochen geimpft werden, erklärte die Organisation.

Teile der Regionen wurden vor Kurzem noch von der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram kontrolliert. Im letzten Quartal wurden dort von der WHO mehr als 1500 vermutete Masernerkrankungen gezählt.

Die Impfkampagne werde die Kinder "gegen eine hoch ansteckende und manchmal tödliche Krankheit" schützen, erklärte der WHO-Repräsentant in Nigeria, Wondimagegnehu Alemu.

Durch den jüngsten Konflikt in den Gebieten sei die Gesundheitsversorgung vielerorts zusammengebrochen, daher habe es auch keine Impfungen mehr gegeben. "Viele dieser Kinder sind auch extrem mangelernährt."

Kinders sterben besonders oft an Masern

Wegen des geschwächten Immunsystems könnten Masern daher schnell lebensbedrohlich sein. Weltweit sind 2015 nach WHO-Angaben etwa 134.000 Menschen an Masern gestorben, die meisten Opfer waren Kinder unter fünf Jahren.

Die Impfkampagne wird demnach in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden, dem UN-Kinderhilfswerk (Unicef) und anderen Hilfsorganisationen durchgeführt. Rund 4000 Impf-Teams werden vor Ort im Einsatz sein.

Eine der Herausforderungen ist es, den Impfstoff trotz mangelnder Infrastruktur und Temperaturen von rund 30° C auf Kühlschranktemperatur zu halten. (dpa)

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