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Masernfälle in Europa sinken – aber WHO bleibt besorgt

Masernfälle gehen in Europa zurück, doch die Gefahr größerer Ausbrüche bleibt. Auch Deutschland verfehlt die Impfziele.

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Blick in den Impfpass

Das zweite Kreutzchen im Impfpass fehlt zu oft: Die von der WHO empfohlene Durchimpfungsrate von 95 Prozent für die zweimalige Impfung wird in Deutschland aktuell nicht erreicht.

© Achim Scheidemann / dpa

Leichte Entwarnung bei den Masernfällen: Die Zahl der gemeldeten Erkrankungen ist in Europa und Zentralasien im vergangenen Jahr 2025 markant gesunken. Das berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Daten der 53 Länder ihrer Europa-Region, die von der Atlantikküste über West- und Mitteleuropa und Russland bis nach Turkmenistan reicht.

Auch in Deutschland ist die Zahl nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) stark zurückgegangen.

In der Gesamtregion Europa wurden nach WHO-Angaben fast 34.000 Fälle gemeldet, 75 Prozent weniger als im Jahr davor. Das sei auf Bekämpfungsmaßnahmen zurückzuführen, aber auch darauf, dass das Virus sich in der ungeimpften Bevölkerung verbreitet hat und dadurch mehr Menschen immun geworden sind.

Ziel bleibt: Impfquote von 95 Prozent

Der deutliche Rückgang hat auch damit zu tun, dass die Zahlen 2024 außergewöhnlich hoch waren. Im Vergleich zu 2023 lagen sie etwa um die Hälfte niedriger. Während sie etwa in Rumänien, Kasachstan oder Aserbaidschan um rund 90 Prozent oder mehr fielen, stiegen sie etwa in Frankreich und den Niederlanden, wenn auch auf niedrigem Niveau.

Die WHO warnt zusammen mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef, dass Risiken größerer Ausbrüche bleiben. Ziel sei eine Impfquote von 95 Prozent überall, sonst werde sich das hochansteckende Virus weiter ausbreiten. Nach WHO-Angaben steckt im Durchschnitt eine infizierte Person bis zu 18 nicht geimpfte Menschen an.

Mehrere Länder, die Masern laut WHO besiegt hatten, haben den WHO-Staus „frei von Masern“ nach großen Ausbrüchen wieder verloren, darunter Spanien, Großbritannien und Österreich. Deutschland galt nicht als masernfrei.

Empfohlene WHO-Impfquote in Deutschland nicht erreicht

In Deutschland schwanken die Zahlen gemeldeter Masernfälle nach Daten des Robert Koch-Instituts von Jahr zu Jahr. Sie waren in der Corona-Pandemie wegen des hohen Infektionsschutzes extrem niedrig, erreichten aber 2024 mit 645 gemeldeten Fällen (0,77 pro 100.000 Einwohner) wieder in etwa das Niveau von vor der Pandemie. 2025 waren es 232 Fälle (Inzidenz 0,28 pro 100.000 Einwohner). In den ersten fünf Wochen 2026 lagen sie unter denen des Vorjahreszeitraums. Es könnten aber noch Nachmeldungen hinzukommen, hieß es.

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Die Zahl, oft im dreistelligen Bereich, ist abhängig von einzelnen großen Ausbrüchen und von importierten Masernviren. In Deutschland brechen die Infektionsketten laut RKI aufgrund der hohen Impfrate meist schnell wieder ab. Dennoch ist die von der WHO empfohlene Durchimpfungsrate von 95 Prozent für die zweimalige Impfung nicht erreicht.

Die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen zwei Kombi-Impfungen für Masern, Mumps und Röteln (MMR) mit 11 Monaten und 15 Monaten erfolgten häufig zu spät, sagte Dorothea Matysiak-Klose vom RKI-Fachgebiet Impfprävention. Die Impfquote für die erste Impfung gegen Masern liege erst für Kinder im Alter von drei Jahren bundesweit über 95 Prozent (Geburtsjahrgang 2021). „Für die zweite MMR-Impfung wurde diese Impfquote bundesweit bisher noch nicht erreicht.“ (dpa)

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