Ärzte Zeitung, 16.09.2004

Zunehmend resistente Tuberkulose-Erreger

Robert-Koch-Institut wertet jetzt Daten von 2003 aus

BERLIN (grue). Die Tuberkulose (Tb) ist in Deutschland zwar weiterhin rückläufig, die Resistenz der Bakterien gegen mindestens ein Tb-wirksames Antibiotikum scheint aber zu steigen. Sie beträgt jetzt 20 Prozent.

Das entspricht einer Zunahme um fast acht Prozent im Vergleich zum Jahr 2002, wie Privatdozent Walter Haas vom Robert-Koch-Institut beim Kinderärzte-Kongreß in Berlin gesagt hat. Er rät deshalb, Tb-Kranke von Anfang an mit einer Vierfachkombination aus den insgesamt fünf Standardmedikamenten zu behandeln.

Allerdings sind bisher nur 97 Tb-Erkrankungen aus dem vorigen Jahr ausgewertet worden. Einen kompletten Rückblick erlaubt das Jahr 2002: Damals erkrankten in Deutschland 7684 Menschen an Tb, davon starben 507. Als multiresistent erwiesen sich nur zwei Prozent der Mykobakterien. "Daran hat sich auch bisher nichts geändert", so Haas.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »