Ärzte Zeitung, 11.02.2005

KOMMENTAR

Partnerschaft für Tuberkulostatika

Von Wolfgang Geissel

Tuberkulose macht in Entwicklungsländern große Probleme, in Industrieländern ist die Inzidenz aber rückläufig. Der weltweite Markt für Tuberkulose-Medikamente wird deshalb von der Global Alliance for TB Drug Development (GATB) auf nur 700 Millionen US-Dollar im Jahr 2010 geschätzt.

Ein neues Medikament eines pharmazeutischen Unternehmens braucht aber das zehnfache Potential, um die hohen Entwicklungskosten wieder einzubringen. Die Möglichkeiten privater Firmen, neue Tuberkulostatika allein zu entwickeln, sind deshalb sehr begrenzt.

Neue Impulse kommen jetzt von Public-Private-Partnerships wie der GATB, an der unter vielen anderen die WHO, die US-Seuchenbehörde CDC, die Rockefeller-Stiftung und auch Pharma-Unternehmen beteiligt sind.

Neue Substanzen werden in solchen Partnerschaften durch Kooperation von Unternehmen und öffentlichen Instituten erforscht und mit Fördermitteln aus privaten Stiftungen oder öffentlichen Haushalten zu Medikamenten entwickelt. Einige vielversprechende Substanzen werden von der GATB bereits geprüft. Es bleibt zu hoffen, daß die Initiative genügend Ressourcen und einen langen Atem hat, um ein Medikament auch wirklich marktreif zu machen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Um Tbc-Kranke effektiv zu behandeln, sind dringend neue Medikamente und Diagnostika nötig

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »