Ärzte Zeitung, 19.10.2012

Widerstandsfähig

Den Tricks der Tuberkel auf der Spur

FRANKFURT/MAIN (eb). Tb-Bakterien können über Jahre im Körper überleben, weil sie von Makrophagen zwar eingeschlossen, aber nicht immer abgetötet werden können.

Sobald der infizierte Mensch geschwächt ist, etwa durch Alkoholismus oder AIDS, kann die Krankheit ausbrechen.

Warum Mykobakterium tuberculosis sich der "Verdauung" durch Makrophagen widersetzt, wurde nun von Forschern der Goethe-Universität Frankfurt a. M. aufgeklärt (J Chem Biol 2012, 287; 41: 34569-34582).

Eine Rolle spielt dabei die Protein Tyrosin Phosphatase A (MptpA). In MptpA gibt es drei flexible Molekülregionen, die zusammen eine Art Tasche bilden.

Sobald ein Bindungspartner an diese Regionen andockt, ändern sie ihre Orientierung und gehen von einer offenen in eine geschlossene Konformation über.

Um das Protein durch einen Wirkstoff gezielt ausschalten zu können, müsste man diesen so entwerfen, dass er optimal in die Bindungstasche passt und mit ihr eine starke Bindung eingeht. Damit wäre eine Manipulation der Makrophagen durch MptpA nicht mehr möglich.

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