Ärzte Zeitung online, 21.06.2018

Tuberkulose

30 Länder mit hoher Multiresistenzquote bei TB

BERLIN. In Deutschland tritt Tuberkulose vergleichsweise selten auf, andere Länder kämpfen dagegen vermehrt mit multiresistenten TB-Erregern (MDR-TB), erinnert das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) in einer Mitteilung. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien weltweit 30 Länder besonders betroffen.

Dabei erleichtern vor allem Armut und Mangelernährung die Verbreitung der Erreger. Dies zeigt sich auch an den weltweiten Fallzahlen: Experten der WHO schätzen, dass etwa 80 Prozent der Tuberkulose-Neuerkrankungen in Südostasien (45 Prozent) und Afrika (25 Prozent) auftreten, wie das IPF berichtet.

Auf Europa entfielen etwa drei Prozent aller Tuberkulose-Neuerkrankungen, vor allem in osteuropäischen Staaten. Zu den fünf Ländern mit den meisten Neuerkrankungen (insgesamt 56 Prozent) gehörten Indien, Indonesien, China, die Philippinen und Pakistan.

Wo viele Menschen an TB leiden, entwickeln die Erreger schneller Resistenzen gegen die notwendigen Antibiotika. Nach Modellrechnungen von Wissenschaftlern könnten in 20 Jahren fast ein Drittel aller TB-Erkrankten in Russland von MDR-TB betroffen sein, so das IPF. Auf den Philippinen wären es etwa 12,4 Prozent, in Indien 8,9 Prozent und in Südafrika 5,7 Prozent. (eb)

Weitere Informationen im IPF-Faltblatt "Tuberkulose".

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Eine immunschwächende Aktivität der Herpesviren könnte Alzheimer befeuern, so eine Studie. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »