Ärzte Zeitung, 13.10.2005

KOMMENTAR

Vakzine wäre schon jetzt nötig

Von Thomas Müller

Auch wenn noch nicht sicher ist, ob in der Türkei oder in Rumänien das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 aufgetaucht ist - früher oder später wird das Virus Europa erreichen.

Es ist daher Zeit, an Maßnahmen zu denken, um Tiere und Menschen vor dem Erreger zu schützen, und zwar Maßnahmen, die darüber hinausgehen, freilaufende Hühner einzusperren. So braucht es gar nicht erst zu der gefürchteten Pandemie kommen, auch das derzeit kursierende Virus kann schon viel Schaden anrichten. Was also tun?

Durch eine Impfung der Hühner könnten zwar die Tierbestände gerettet werden, die Tiere könnte sich aber trotz Impfung mit dem Virus infizieren und den Erreger weiterverbreiten. Deshalb dürfte auch in Deutschland nur eine Keulung der Tiere in den betroffenen Betriebe infrage kommen.

Mehr tun könnte man jedoch für die Menschen, die täglich mit Geflügel arbeiten. Sie könnte man zumindest gegen das Virus impfen, wenn es denn einen Impfstoff für Menschen gäbe. Eine möglichst schnelle Impfstoff-Entwicklung sollte daher höchste Priorität haben.

Sonst könnten auch in Deutschland bald vereinzelt Geflügelbauern an einem Erreger sterben, dessen Gefährlichkeit für Menschen schon seit Jahren bekannt ist.

Lesen Sie dazu auch:
Forscher suchen verstärkt nach Vogelgrippe-Vakzine

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »