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Grippe-Pandemie - so bereiten sich die 16 Bundesländer darauf vor

Derzeit ist noch keine Infektionskette des Vogelgrippevirus H5N1 unter Menschen bekannt. Doch was ist, wenn dies geschieht? Ist Deutschland auf eine mögliche Grippe-Pandemie vorbereitet? Was ist zu tun im Notfall? Die "Ärzte Zeitung" wollte wissen, wie die 16 Bundesländer vorbereitet sind und fragte bei den Ministerien nach.

Von Sabine Schiner Veröffentlicht:

Wir glauben, daß Deutschland sehr gut für den Ernstfall gerüstet ist", sagt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit Blick auf die Aufstockung der Medikamentenvorräte in den Ländern. Nach dem Beschluß der Gesundheitsministerkonferenz sollen in jedem Bundesland für 20 Prozent der Bevölkerung Neuraminidase-Hemmer eingelagert werden, um gegen eine Grippe-Epidemie gewappnet zu sein (wir berichteten). Einen Zeitplan für die Aufstockung der Vorräte gibt es allerdings nicht - das ist jedem Land selbst überlassen. Ob es sich dabei um Wochen oder Monate handelt, dazu machen die jeweiligen Ministerien keine Angaben.

In den meisten Ländern reichen die Medikamentenvorräte im Falle einer Pandemie mit H5N1 derzeit zur Versorgung von weniger als zehn Prozent der Bevölkerung. In Baden-Württemberg wird momentan nur ein Versorgungsgrad von 7,6 Prozent erreicht, in Hamburg sind es 6,6 Prozent. Zu den Vorreitern zählt Rheinland-Pfalz. Dort gibt es derzeit 500 000 Therapieeinheiten - sie reichen für 12,3 Prozent der Bürger.

So unterschiedlich, wie die Länder ihre Vorräte anlegen, so unterschiedlich ist auch das Krisen-Management. Es gibt zwar einen nationalen Pandemieplan (www.rki.de), wie er auf Länderebene umgesetzt wird, ist verschieden. In Niedersachsen gibt es etwa keine Koordinierungsstelle. Eine Pandemie soll dort, so das Sozialministerium, durch "Mechanismen im Gesundheitswesen" abgefangen werden.

Ganz anders laufen die Vorbereitungen im Nordosten. Mecklenburg-Vorpommern hat als erstes Bundesland schon im vergangenen Jahr einen Influenza-Pandemieplan vorgelegt. Der Plan wird ständig an die epidemiologische Lage angepaßt und veröffentlicht (www.sozial-mv.de). Darin ist unter anderem auch der Ablauf in Praxen geregelt, wenn es zu einer Pandemie kommen sollte. Beispielsweise sollten Ärzte schon jetzt überprüfen, ob es Möglichkeiten gibt, separate Wartebereiche für Patienten mit Influenza-Verdacht einzurichten. Zudem gibt es auch im Nordosten ein Frühwarnsystem: In 100 Kindergärten und Kitas werden bei Kindern Erkrankungen der Atemwege und Influenza-Erkrankungen jede Woche analysiert.

Wenn es um die Frage geht, was auf Hausärzte im Falle einer Pandemie zukommt, verweisen die meisten Ministerien auf die Ratschläge des Robert-Koch-Institutes in Berlin. Andere Länder sind da schon weiter. Thüringen will eine Arbeitsgruppe einrichten, morgen ist das erste Treffen von Ärzten, Vertretern von Krankenkassen und dem Gesundheitsministerium. In Rheinland-Pfalz sollen im Notfall mobile Ärzte-Teams eingerichtet werden, um Patienten auch zu Hause oder in stationären Pflegeeinrichtungen therapieren zu können. (Text: ine, Recherchen: ami, cben, di, dür, iss, kin, kud, mm, skh, sto, zie)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Unverbindlich handlungsfähig

Lesen Sie auch: Asiatische Strategie gegen H5N1: Schlachten und Impfen

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