Ärzte Zeitung, 02.03.2006

Freilaufverbot für Hunde und Katzen in Gebieten mit Vogelgrippe

Für Haustiere sind Drei-Kilometer-Sperrzonen tabu / Eilanordnung geplant

BERLIN/MÜNCHEN (dpa). In Vogelgrippe-Sperrgebieten müssen Katzen künftig im Haus und Hunde an der Leine bleiben. Darauf hätten sich Bund und Länder gestern in einer Konferenz des Nationalen Krisenstabes für Tierseuchen verständigt, teilte das bayerische Umweltministerium in München mit.

Wenn Katzen nicht im Haus bleiben und Hunde nicht angeleint seien, drohten Bußgelder. Diese Schutzmaßnahmen gelten bereits in Bayern und Baden-Württemberg für besonders gefährdete Gebiete und sollen jetzt bundesweit auf Vogelgrippe-Sperrzonen ausgedehnt werden.

Ein solche Sperrzone wird im Umkreis von drei Kilometer um eine Stelle errichtet, an der mit dem Vogelgrippe-Virus infizierte Vögel gefunden wurden. In Beobachtungszonen in einem Radius von mindestens zehn Kilometern um die Fundstellen werden die Maßnahmen empfohlen. Damit reagierte der Nationale Krisenstab auf die Vogelgrippe-Infektion einer Katze auf der Insel Rügen. Eine entsprechende Eilverordnung werde jetzt von der Bundesregierung vorbereitet.

Der Halter der infizierten Katze, die mitten im Sperrgebiet nahe der Wittower Fähre im Norden Rügens gefunden worden war, zeigt keine Anzeichen einer Grippe-Erkrankung, sagte eine Sprecherin des Krisenstabs in Schwerin. Experten riefen Tierhalter zu besonderer Achtsamkeit auf.

Bei Symptomen wie Nasenausfluß und erschwerter Atmung bei Katzen sollten die Besitzer einen Tierarzt aufsuchen, sagte der Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte, Dr. Hans-Joachim Götz, im Bayerischen Rundfunk (BR). Bisher gehe man davon aus, daß infizierte Katzen nicht genügend Viren ausscheiden, um andere Katzen oder auch Menschen anzustecken.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Professor Reinhard Kurth, hält die bisherigen Maßnahmen gegen die Vogelgrippe für ausreichend. Auch auf eine mögliche Grippe-Pandemie sei Deutschland gut vorbereitet.

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