Ärzte Zeitung online, 15.12.2014

Vogelgrippe

Neuer Verdachtsfall in Niedersachsen

Ein Tier in einem Geflügelbetrieb im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg ist möglicherweise an Vogelgrippe erkrankt, wie die Behörden mitteilten.

CLOPPENBURG. In Niedersachsen gibt es einen Vogelgrippe-Verdachtsfall im Landkreis Cloppenburg. Mit verlässlichen Untersuchungsergebnissen wird am Dienstag gerechnet, sagte Kreissprecher Frank Beumker.

Es handelt sich um ein Tier aus einem Geflügelbetrieb im nördlichen Landkreis, von dem Proben im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) und dem Friedrich-Loeffler-Institut untersucht werden.

Bestätigt sich der Verdacht, müssen die knapp 20.000 Puten aus dem Betrieb getötet werden. Im Kreis Cloppenburg werden knapp 13,5 Millionen Puten und Hühner gehalten. (dpa)

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[16.12.2014, 16:24:11]
Dr. Horst Grünwoldt 
Seuchen-Alarmismus
Ein Stück grippekrankes Geflügel in einem großen, isolierten Bestand dürfte normalerweise noch keinen "Geflügelpest-Ausbruch" darstellen und Seuchen-Alarm auslösen.
Bei dem wird gewiß auch wieder nur immunologisch/serologisch -und nicht im direkten Virusnachweis!- an höchster Stelle, unserem Hochsicherheits-Referenzlabor FLI auf dem Riems, irgendein Vogelgrippe-Virus mit dem kryptischen HxNy-Oberflächen-Antigen festgestellt werden.
Um zu ermitteln, ob es sich dabei tatsächlich um die Infektion mit einem vermeintlich "hochpathogenen"oder "hochvirulenten",
"eingeschleppten" Virus handelt, müßte man eigentlich den ganzen Bestand vorsorglich nur sperren und das "Seuchengeschehen" erst einmal klinisch beobachten sowie repräsentative, interne Kontroll-Untersuchungen durchführen. Da komme mir niemand mit der Gefahr einer "Seuchen-Verschleppung" durch den betroffenen Landwirt oder die Experten selbst!
Falls dann nach wenigen Tagen wirklich die "Geflügelpest"(?) darin "grassieren"(?) sollte, muß tatsächlich "seuchenhygienisch"(?) der ganze Bestand eliminiert ("saniert"?) werden.
Soweit meine kritischen Fragezeichen zur Vorgehensweise und zum fragwürdigen Sprachgebrauch unserer amtlichen "Tierseuchen-Bekämpfer".
Jedenfalls sollte auch auf diesem hygienischen Handlungsgebiet nach m.E. der hehre Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt werden, um privates oder Volksvermögen (hier: lebende Nutztiere) nicht ungerechtfertigt zu vernichten (amtl.: "keulen"), und auch nicht einen gespenstigen Kampf gegen einen unsichtbaren oder nur virtuellen Feind dem Volke vorführen.
Das führt nämlich mittelbar über mediale Erklärungen von Experten, wie auch Ressort-Ministern, zu besorgniserregenden Scheingefechten mit territorialen Absperrungen gegenüber der Öffentlichkeit. Schließlich ist D gemäß der amtlichen "Tierseuchen-Statistik" seit vielen Jahren kein epidemiologisches "Seuchenland", wenn dort im Dauer-"Seuchenkampf" unter den vielen aufgeführten ansteckenden Tierkrankheiten immer wieder nur die endemische "Virusdiarrhoe der Rinder" und die "Faulbrut der Bienen" als chronisch bekämpfungspflichtig auftauchen.
Was den o.g. Kampf gegen irgendeine Form der "Vogelgrippe" im Zusammenhang mit Wildvögeln als hypothetische Ansteckunsquelle angeht, ist insbesondere die erst krankmachende Aufstallung des Wassergeflügels (Enten und Gänse) in Frage zu stellen.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Tiergesundheit, Umwelthygiene und Mikrobiologie), Rostock zum Beitrag »

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