Ärzte Zeitung, 27.01.2012

Mit "Siebener-Regel" Lyme-Meningitis ausschließen

NEU-ISENBURG (EO). Ein simples Prognose-Tool, die "Rule of 7‘s" ("Siebener-Regel"), kann beim Ausschluss einer Lyme-Meningitis äußerst hilfreich sein. Die Entscheidung des Arztes, ob ein Kind mit entsprechendem Verdacht bis zum Vorliegen der Lyme-Serologie zur empirischen Antibiotikatherapie in die Klinik muss, wird dadurch maßgeblich erleichtert, meinen US-Pädiater.

Die Diagnose "Lyme-Meningitis" bei Kindern mit Liquor-Pleozytose (über 10 Zellen pro mm3) ist unwahrscheinlich, wenn sämtliche der folgenden Kriterien zutreffen (Pediatrics 2012; 129: e46-e53): Kopfschmerzen seit weniger als 7 Tagen, weniger als 70 Prozent einkernige Leukozyten im Liquor, keine Lähmung des 7. - oder eines anderen - Gehirnnerven.

In der retrospektiven Studie wurden die Daten von 423 Kindern aus Lyme-Borreliose-Endemiegebieten zusammengetragen. Alle Kinder hatten eine Pleozytose im Liquor. Bei diesen Kindern konnte sowohl die "Rule of 7's" als auch ein komplizierteres Prognose-Tool, die Avery Clinical Prediction Rule, mit relativ großer Sicherheit Kinder mit niedrigem Risiko für eine Lyme-Meningitis identifizieren.

Die einfache Siebener-Regel war sogar sensitiver als das Avery-Modell und stufte weniger Patienten fälschlicherweise als Niedrig-Risiko-Fälle ein. Bei 28 Prozent der Kinder wurde eine Lyme-Meningitis diagnostiziert.

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