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Ärzte Zeitung online, 30.06.2019

Künstliche Intelligenz

Bei KI sind Ärzte die „Korrekturinstanz“

Nach der Hybrid-Bildgebung steht die Kinderradiologie vor der nächsten technischen Revolution: der Künstlichen Intelligenz.

Von Thomas Meißner

LEIPZIG. Die Hybrid-Bildgebung wie PET-Magnetresonanztomographie (MRT) hat inzwischen auch in die Kinderradiologie Einzug gehalten, wenngleich sie nur selten nötig ist. „Die Ganzkörperuntersuchung eines Kindes mit zum Beispiel einer Krebserkrankung ist mit der PET-MRT heute mit weniger als einem Zehntel der Strahlendosis möglich, die bei einer PET-CT anfallen würde“, sagte Professor Franz Wolfgang Hirsch von der Abteilung für Kinderradiologie am Universitätsklinikum Leipzig.

Dennoch sieht er langfristig keine Zukunft für die PET-Hybridbildgebung bei Kindern. „Wir sollten zu völlig strahlenfreien Methoden kommen, die die gleichen Informationen enthalten“, so Hirsch beim 100. Deutschen Röntgenkongress in Leipzig. Als Beispiel nannte Hirsch quantitative Techniken der MRT.

Auch bei KI muss der Kinderradiologe weiterhin die volle Expertise des Faches beherrschen.

Prof. Franz Wolfgang Hirsch, Leipzig

In Zeiten von Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI) werden Daten aus der Bildgebung künftig verknüpft werden mit anderen diagnostischen Befunden und so die diagnostische Genauigkeit verbessern. KI werde aber auch die Art und Weise, wie Radiologen künftig arbeiten, maßgeblich beeinflussen, den Berufsstand aber keinesfalls überflüssig machen, wie manche KI-Protagonisten meinten, betonte Hirsch.

Schon heute gebe es KI-gestützte Algorithmen, die bestimmte Bildmuster besser in der Lage sind zu erkennen als erfahrene Radiologen. Weiterhin werde KI das Personal von Routinetätigkeiten wie der radiologischen Ermittlung des Knochenalters, der Knotenerkennung oder der Befundung von Röntgen-Thorax-Aufnahmen entlasten und gegebenenfalls Hinweise geben, die etwa die Diagnose einer Infektion oder eines Krebsleidens bahnen. „Darauf freue ich mich“, meinte Hirsch.

Während also Bildanalyse und womöglich auch die Bildinterpretation maßgeblich von der KI geleistet werden können, braucht es weiterhin den Menschen, sei es bei der Bewertung unsystematischer Daten, der Sortierung von Befunden nach Relevanz sowie für die Übersicht in komplexen Situationen wie bei veränderter Anatomie nach operativen Eingriffen. Hirsch: „Um Fehlentscheidungen der KI als Korrekturinstanz zu erkennen, muss der Kinderradiologe weiterhin die volle Expertise des Faches beherrschen.“

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