Direkt zum Inhaltsbereich

Künstliche Intelligenz

Bei KI sind Ärzte die „Korrekturinstanz“

Nach der Hybrid-Bildgebung steht die Kinderradiologie vor der nächsten technischen Revolution: der Künstlichen Intelligenz.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:

LEIPZIG. Die Hybrid-Bildgebung wie PET-Magnetresonanztomographie (MRT) hat inzwischen auch in die Kinderradiologie Einzug gehalten, wenngleich sie nur selten nötig ist. „Die Ganzkörperuntersuchung eines Kindes mit zum Beispiel einer Krebserkrankung ist mit der PET-MRT heute mit weniger als einem Zehntel der Strahlendosis möglich, die bei einer PET-CT anfallen würde“, sagte Professor Franz Wolfgang Hirsch von der Abteilung für Kinderradiologie am Universitätsklinikum Leipzig.

Dennoch sieht er langfristig keine Zukunft für die PET-Hybridbildgebung bei Kindern. „Wir sollten zu völlig strahlenfreien Methoden kommen, die die gleichen Informationen enthalten“, so Hirsch beim 100. Deutschen Röntgenkongress in Leipzig. Als Beispiel nannte Hirsch quantitative Techniken der MRT.

Auch bei KI muss der Kinderradiologe weiterhin die volle Expertise des Faches beherrschen.

Prof. Franz Wolfgang Hirsch, Leipzig

In Zeiten von Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI) werden Daten aus der Bildgebung künftig verknüpft werden mit anderen diagnostischen Befunden und so die diagnostische Genauigkeit verbessern. KI werde aber auch die Art und Weise, wie Radiologen künftig arbeiten, maßgeblich beeinflussen, den Berufsstand aber keinesfalls überflüssig machen, wie manche KI-Protagonisten meinten, betonte Hirsch.

Schon heute gebe es KI-gestützte Algorithmen, die bestimmte Bildmuster besser in der Lage sind zu erkennen als erfahrene Radiologen. Weiterhin werde KI das Personal von Routinetätigkeiten wie der radiologischen Ermittlung des Knochenalters, der Knotenerkennung oder der Befundung von Röntgen-Thorax-Aufnahmen entlasten und gegebenenfalls Hinweise geben, die etwa die Diagnose einer Infektion oder eines Krebsleidens bahnen. „Darauf freue ich mich“, meinte Hirsch.

Während also Bildanalyse und womöglich auch die Bildinterpretation maßgeblich von der KI geleistet werden können, braucht es weiterhin den Menschen, sei es bei der Bewertung unsystematischer Daten, der Sortierung von Befunden nach Relevanz sowie für die Übersicht in komplexen Situationen wie bei veränderter Anatomie nach operativen Eingriffen. Hirsch: „Um Fehlentscheidungen der KI als Korrekturinstanz zu erkennen, muss der Kinderradiologe weiterhin die volle Expertise des Faches beherrschen.“

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Wie Haus- und Fachärzte gemeinsam Impflücken schließen

© Vladimir Vladimirov | iStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

Round-Table-Gespräch

Wie Haus- und Fachärzte gemeinsam Impflücken schließen

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

© Aitor Diago | Getty Images

Wer, wann, womit?

Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
MRT-Bildgebung und Monitoring

© wedmoments.stock / stock.adobe.com

Plexiforme Neurofibrome bei Neurofibromatose Typ 1

MRT-Bildgebung und Monitoring

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen

Lesetipps
Verwaistes Berufsutensil: Wo Kolleginnen und Kollegen den Hut nehmen, sind die verbliebenen Leistungserbringer nicht selten mit überbordender Nachfrage konfrontiert.

© Justlight / Generated with AI / Stock.adobe.com

Versorgung

Ärztemangel: Hilfe, mein Nachbar macht die Praxis dicht!

In der Schwangerschaft soll eine medikamentöse Blutdrucktherapie ab Werten 140/90 mmHg initiiert werden.

© Dragana Gordic - stock.adobe.com

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor