Ärzte Zeitung, 13.04.2005

KOMMENTAR

Verkehrte Welt bei Handystrahlung

Von Thomas Müller

Schützen Handys sogar vor Hirntumoren? Verkochen Handystrahlen gar maligne Zellen im Kopf? Nach den Daten der jetzt publizierten Fall-Kontroll-Studie könnte man das fast meinen.

So sinkt das Risiko für stark maligne Gliome mit der Zahl der geführten Mobiltelefonate - bei Vieltelefonierern sogar um die Hälfte. Und die Tumoren scheinen den Bereich um das Ohr, mit dem telefoniert wird, geradezu zu meiden. Die Autoren haben dafür keine Erklärung. Aus Fall-Kontroll-Studien lassen sich eben keine kausalen Zusammenhänge ableiten.

Auffallend ist jedoch, daß es nur wenige Studien gibt, die ein erhöhtes Tumor-Risiko für Handy-Nutzer ergeben haben, aber inzwischen viele Studien ohne ein solches Risiko. Allerdings: Die meisten Handy-Nutzer haben ihre Geräte erst seit wenigen Jahren. Das ist zu kurz, um das Krebsrisiko gut zu beurteilen.

Lesen Sie dazu auch:
Offenbar keine Hirntumoren durch Handys

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