Forschung und Praxis, 01.08.2005

Erythropoetin hilft bei Tumoranämie

Die Behandlung mit dem rekombinanten Erythropoetin Epoetin beta kann die Lebensqualität von Krebs-patienten verbessern. Dies gelingt zum einen, indem eine Anämie verhindert, oder eine bereits bestehende behoben wird. Zum anderen kann die Tumorprogression vermindert werden. Diese Ergebnisse mehrere Studien wurden in Orlando vorgestellt.

In eine Studie waren zum Beispiel Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom (Stadium IIB-IVA) unter Radiochemotherapie (Strahlentherapie und Cisplatin) aufgenommen worden. 74 Patienten wurden randomisiert in zwei Studienarme aufgeteilt: 34 Patienten erhielten für zwölf Wochen einmal wöchentlich 30 000 IE Epoetin beta (in Deutschland NeoRecormon®), die Kontrollgruppe erhielt eine Standard-Supportivbehandlung.

Der mediane Hb-Wert lag zu Beginn der Studie in der Epoetin beta-Gruppe bei 11,3 g / dl, in der Kontrollgruppe bei 11,6 g / dl. Mit Epoetin beta konnte der Hb-Wert um 1,1 g / dl angehoben werden (p < 0,0001), in der Kontrollgruppe verschlechterte sich der Wert um 0,7 g / dl.

Erythropoetin reduziert Risiko für Tumorprogression

In einer weiteren Studie mit 120 Ovarialkarzinom-Patientinnen, die eine Platin-basierte Chemotherapie erhielten und deren Hb-Wert unter 13 g / dl lag, konnte zum einen die Notwendigkeit einer Bluttransfusion reduziert werden. Und zum anderen war das Risiko für eine Tumorprogression um 17 Prozent geringer. (otc)

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