Ärzte Zeitung, 10.07.2012

Krebs: Zweitmeinung führt oft zu anderer Empfehlung

MÜNCHEN (sto). Erhebliche Einsparpotenziale für die Kassen hat der Onlinedienst Krebszweitmeinung ermittelt.

Bei nahezu jedem zweiten Patienten mit Krebs, der sich über das Portal eine zweite Meinung geholt hat, komme es zu "teils markanten Abweichungen zu den Therapieempfehlungen der Erstbehandler", teilte der Betreiber, die HMO AG aus Oberhaching bei München, jetzt mit.

Das Einsparpotenzial liege bei durchschnittlich 3000 Euro pro Patient.

Der Onlinedienst ist im Oktober vergangenen Jahres an den Start gegangen. Eine erste Auswertung der vergangenen neun Monate zeige, dass vor allem bei Patienten in ländlichen Regionen, abseits der großen Unikliniken und Krankenhäuser der Maximalversorgung Abweichungen häufiger zu beobachten seien, als bei Patienten in Großstädten, erklärte Projektleiter Ekkehard Wolf.

Eine korrigierte Therapieempfehlung sei für Patienten und Krankenkassen gleichermaßen wertvoll.

"Für Patienten bedeutet eine fundierte Zweitmeinung also in jedem Fall eine Qualitätssteigerung bei der Behandlung", so Wolf.

Aber auch den Kassen seien die möglichen Einsparungen nicht verborgen geblieben. Es gebe bereits erste Kooperationen.

Die Erstellung der Zweitmeinungen erfolgt nach Angaben des Portalbetreibers durch renommierte deutsche Kliniken und Krebszentren.

www.krebszweitmeinung.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »