Ärzte Zeitung, 18.06.2013

Im Tierversuch entdeckt

Signalkette löst Krebs im Gallengang aus

HANNOVER/TÜBINGEN. Das Gallengangskarzinom tritt zwar sehr selten auf, hat aber in den vergangenen Jahren weltweit deutlich zugenommen.

Die Ursachen dafür sind weitgehend unbekannt. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Uniklinik Tübingen konnten bei Mäusen zeigen, dass die Tumorentstehung beginnt, wenn eine bestimmte Signalkette in der Leber angestoßen wird (Cancer Cell 2013; 23 (6): 784-795).

Diese Signalkette ist für die Ausbildung der Gallengänge während der embryonalen Entwicklung wichtig und im Erwachsenenleben eigentlich inaktiv. Die Erkenntnisse der Forscher sind übertragbar: Produkte der aktivierten Signalkette konnten sowohl im Mausmodell als auch in menschlichen Tumorgewebeproben nachgewiesen werden.

Die Wissenschaftler konnten auf Mäuse transplantiertes menschliches Gallengangstumorgewebe zurückzubilden, indem sie den Signalweg mit einem Inhibitor unterdrückten, wie die MHH mitteilt.

Ihre Forschungsergebnisse werden die Forscher nun auf ihre klinische Anwendung bei Patienten testen. Sie sehen hier die Möglichkeit einer neuen Behandlungsstrategie für diese Krebserkrankung. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ein Gelähmter kann wieder gehen

Obwohl er querschnittsgelähmt ist, konnte ein Mann wieder einige Schritte gehen - dank der elektrischen Rückenmark-Stimulation. Von Heilung wollen die Ärzte aber nicht sprechen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »