Ärzte Zeitung online, 19.11.2013

Geehrt

Krebs-Forscher erhält Langener Wissenschaftspreis

Evolutionär konservierte Signalwege und Leukämie sind Forschungsschwerpunkte von Privatdozent Dr. Florian Heidel aus Magdeburg.

LANGEN. Der mit 15.000 Euro dotierte Langener Wissenschaftspreis ist an Privatdozent Dr. Florian Heidel (37) verliehen worden. Den Preis übergab Staatssekretär Thomas Ilka vom Bundesministerium für Gesundheit im Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen.

Heidel, Oberarzt der Klinik für Hämatologie/Onkologie am Universitätsklinikum Magdeburg, verfolgt zwei Forschungsschwerpunkte, wie das PEI mitteilt: Die Untersuchungen von Signalwegen und Genen, die der Entwicklung und Erhaltung hämatopoetischer Stammzellen dienen und die Erforschung von Leukämie-Stammzellen und ihrer Abhängigkeit von stammzellspezifischen Signalwegen sowie deren therapeutische Beeinflussbarkeit.

Immer wieder Mutationen

Hämatopoetische Stammzellen sind im Knochenmark Ausgangspunkt für die Neubildung der Zellen des Blutes und des Immunsystems, erinnert das PEI. Immer wieder im Laufe eines Lebens komme es hier zu Mutationen - meist harmlosen.

Kommen mehrere ungünstige Mutationen zusammen, können dadurch jedoch Leukämiestammzellen entstehen. Diese Zellen sind gefürchtet, denn sie bleiben im Knochenmark und werden durch eine Chemotherapie nicht vollständig abgetötet.

Übrig bleibende Leukämiestammzellen sind wahrscheinlich die Ursache dafür, dass bei bestimmten Leukämieformen mehr als die Hälfte der Patienten wenige Jahre nach der Behandlung einen Rückfall erleidet.

Bestimmte Signalwege regulieren, in welchem Maß sich die lebenswichtigen Blutstammzellen erneuern. Gleichzeitig beeinflussen sie die Selbsterneuerung der lebensbedrohlichen Leukämiestammzellen.

Diese Signalwege sind evolutionär konserviert, sind also über einen immens langen evolutionären Zeitraum konstant vorhanden, was auf ihre große Bedeutung für menschliche und tierische Organismen hinweist.

Erfolge im Tierversuch

Hier Angriffspunkte zu finden, die dazu beitragen, Leukämiestammzellen abzutöten, ohne Blutstammzellen zu gefährden, habe sich Heidel zum Ziel gesetzt, so das PEI.

Dabei konzentriere er sich in seiner Forschung auf evolutionär konservierte Regulatoren von Stammzelleigenschaften sowie RNA- und DNA-bindende Proteine, die die Zellpolarität und Zellteilung beeinflussen.

Im Tierversuch sei es dem Forscher bereits gelungen, über die Inaktivierung eines Signalwegs (Wnt-Signalweg) Leukämie-Stammzellen abzutöten. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nicht immer geht's sofort zum Arzt

20- bis 50-jährige Patienten in Deutschland sind offenbar leidensfähig. Denn sie verschieben den Arztbesuch oft um Wochen oder Jahre, obwohl sie Beschwerden haben. mehr »

Extra-Vergütung für offene Sprechstunden

15:57 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will Ärzte für offene Sprechstunden besser bezahlen. Die zusätzliche Vergütung soll es auch dann geben, wenn Ärzte Termine über die Terminservicestellen annähmen. mehr »

Bei Meniskusriss nicht vorschnell operieren

Ärzte sollten bei Meniskusrissen nicht gleich eine arthroskopische Operation einleiten. Oft kommen Betroffene auch mit Gymnastik und Physiotherapie zum Ziel. mehr »