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Gebärmutterschleimhaut

Die "Pille" kann vor Krebs schützen

Die Anti-Baby-Pille hat viele unerwünschte Nebenwirkungen, bringt allerdings auch Schutzeffekte mit sich, was das Risiko für Gebärmutterschleimhaut-Krebs angeht. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:
Die Art der Östrogen-Gestagen-Kombi scheint irrelevant für die Prävention des Endometrium-Ca.

Die Art der Östrogen-Gestagen-Kombi scheint irrelevant für die Prävention des Endometrium-Ca.

© thingamajiggs/fotolia.com

OXFORD. Um den Einfluss der oralen Kontrazeption auf die Entstehung von Endometriumkarzinomen quantifizieren zu können, hat die Collaborative Group on Epidemiological Studies on Endometrial Cancers individuelle Daten aus 36 Studien gemeinsam ausgewertet (Lancet Oncol, online 5. August 2015).

Der Schutzeffekt der Pille ist danach umso größer, je länger sie eingenommen wird: Pro fünf Jahre sinkt das relative Risiko um etwa ein Viertel. Die präventive Wirkung bleibt auch nach dem Absetzen langfristig erhalten. Das ist besonders wichtig, weil das Endometriumkarzinom-Risiko erst mit dem Alter steil ansteigt.

Die Studienautoren schätzen, dass in einkommensstarken Ländern durch die Anwendung oraler Kontrazeptiva in den letzten 50 Jahren 400.000 Endometriumkarzinome verhindert wurden, davon allein 200.000 in den letzten zehn Jahren.

Daten von 123.000 Frauen analysiert

Die Zahlen beruhen auf der Gegenüberstellung von 27.276 Frauen mit und 115.743 Frauen ohne Endometriumkarzinom, hauptsächlich aus Europa und den USA. Die Krebsdiagnose war im Median im Jahr 2001 im Lebensalter von 63 Jahren gestellt worden.

Die erkrankten Frauen hatten seltener und kürzer orale Kontrazeptiva verwendet als die Kontrollen: 35 versus 39 Prozent für 3 versus 4,4 Jahre.

Damit war die Krebsrate bei Frauen, die irgendwann die Pille genommen hatten, signifikant und um 31 Prozent geringer als bei Frauen, die nie damit verhütet hatten (RR 0,69; 95%-Konfidenzintervall 0,67-0,72).

Das Ausmaß der Risikoreduktion korrelierte mit der Dauer der Einnahme. Jedes Fünf-Jahres-Intervall senkte die Erkrankungsrate relativ um 24 Prozent(RR 0,76; 95%-Konfidenzintervall 0,73-0,78). Bei Frauen, die die Pille für 10-15 Jahre - im Median 11,8 Jahre - verwendet hatten, war das Krebsrisiko nur etwa halb so hoch wie bei Nie-Anwenderinnen.

Schutz hält über 30 Jahre

Die protektive Wirkung wurde durchindividuelle Faktoren wie BMI, Parität, Hormontherapie in der Menopause, Rauchen oder Alter nicht berührt. Frauen, die die Pilleneinnahme erst kürzlich beendet hatten, waren zwar etwas besser vor einem Endometriumkarzinom geschützt, die Schutzwirkung war aber auch über 30 Jahre nach dem Absetzen der Pille noch vorhanden.

Die Art der Östrogen-Gestagen-Kombination scheint ebenfalls weitgehend irrelevant für die Prävention von Endometriumkarzinomen. Die meisten Studien beinhalteten zwar keine genauen Angaben zu den verwendeten Präparaten.

Die bei Gebrauch in den Jahren von 1960 bis 1980 weitgehend gleichbleibende Risikoreduktion spricht jedoch dafür, dass auch die Östrogenmengen in niedriger dosierten Pillen ausreichen.

Endometriumkarzinome vom Typ 1 oder 2 waren bei den Pillenanwenderinnen in gleichem Maße reduziert. Auf die Häufigkeit von Uterussarkomen hatte die orale Kontrazeption dagegen keinen Einfluss.

Das Studienteam hat aus der Risikominderung den Nutzen in absoluten Zahlen errechnet: Ohne orale Kontrazeption erkranken demnach in den einkommensstarken Ländern 2,3 von 100 Frauen vor dem 75. Lebensjahr an einem Endometriumkarzinom.

Bei Beginn der Pilleneinnahme mit dem 20. Lebensjahr sinkt diese Rate je nach Behandlungsdauer von 5, 10 oder 15 Jahren auf 1,7, 1,3 oder 1,0 pro 100 Frauen.

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